fritzemerz-kola. Was soll der Scheiß?

Ich war ja bis heute ein großer Fan von fritz-kola, der Hamburger Erfrischungsgetränke-Marke mit dem vermeintlich sozialen Engagement („Pfand gehört daneben“) und dem sypathischen Schanzenviertel-FC St. Pauli-Image. Mit den netten, coolen Gründern und dem nachhaltigen Image. Und natürlich, weil es einer der wenigen erntszunehmenden Erfrischungsgetränke-Hersteller ist war, der nicht aus #fckusa kommt. Und jetzt?

Gestern hatte ich gelesen (ist leider ein Zeit+-Artikel) und bei hart aber fair gesehen, dass sie eine Zuckersteuer ablehnen. Leute, Deutschland erhebt seit Jahr und Tag absurdeste Steuern, aber wenn es um etwas Sinnvolles geht, dann stellt sich der fritz-kola-Chef quer. Stattdessen verfolgt er den Ansatz, dass man einfach weniger Cola trinken soll und man die Fritz Kola deshalb nur in kleinen Falschen bekommt. Öhm, ja…der mündige Verbraucher und so. Und wie genau ist das Problem jetzt gelöst, dass wir Deutschen immer fetter werden und die Diabetes aufgrund des unmäßigen Zuckerkonsums fröhliche Urständ‘ feiert? Gar nicht, oder? Zumal es ja nicht um ein Verbot geht, sondern eine Abgabe auf ungesunde Lebensmittel. Auf Kippen ist auch Steuer drauf, auf Alk, etc. Da regt sich doch auch keiner mehr drüber auf.

Und heute lese ich, dass sie den CDU-Parteitag gesponsert haben. Da kommt einem die braune Plörre doch direkt aus den Ohren raus. Nicht falsch verstehen: es soll jeder sponsern, was und wen er will, aber das ist jetzt ungefähr so, als ob die Grünen Partner von Black Rock und Gazprom wären oder die afd nachhaltige Energie und Naturschutzprojekte unterstützt: es ist einfach völlig unglaubwürdig und verprellt die Kundschaft, die sich mit der Marke identifiziert.

Da hat das Marketing komplett versagt, der moralische Kompass ebenfalls und dass das nicht rauskommt, das haben die doch wohl selbst nicht geglaubt, oder? Ich finde, es ist komplette Verarsche am Kunden und ich hoffe, dass das ein Bumerang wird. Warum? Nicht weil ich jemanden dissen will, sondern weil dieses Unternehmen jetzt anscheinend komplett andere Werte hat (oder immer schon hatte?) und ich mich mit diesen nicht mehr identifiziere. So einfach ist das. Und – mal ganz ehrlich – es gibt noch andere heimische Marken, die auch gut schmecken und meines Wissens kein merkwürdiges Spiel spielen. In dem Zusammenhang sollte man neben Afri Cola und Sinalco auch gerne mal Proviant, Wostok-Brausen und Bionade erwähnen. Aber auch Vita Cola und die sehr coole Tirola Cola aus Österreich.

Das Gute ist ja, dass der Kunde selbst entscheiden kann, was er unterstützt und was nicht. Und ich unterstütze fritz-kola ab sofort eben nicht mehr.

Prost.

 

Was denkt Ihr? Reagiere ich über, ist das vielleicht nur ein Sturm im Wasser (Cola-) glas und gar nicht so schlimm undeigentlich total legitim? Oder hat fritz-kola hier ein Tabu gebrochen und die Kunden so richtig verarscht?

Schreibt es mir gerne in den Kommentaren. Und ja, kommentiert auch gerne ein paar passende Worte auf dem Insta-Account von fritz-kola oder facebook und teilt ihnen mit, wie Ihr das findet.

 

Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin oft kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohne ich am Mittelrhein. Und ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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