Kennt Ihr sie auch, die pathologischen E-Auto-Hasser? Die Fraktion „Fridays for Hubraum“, „Sechszylinder statt Elektroschrott“ und „Elektrisch fahren wir nur auf der Kirmes“, mit Diesel-Dieter und Super-Ingo in der Hauptrolle? Die so uncool sind, dass es wehtut?
Ich habe überhaupt nichts gegen Menschen, die ihren Verbrenner aus gewissen Gründen noch weiter fahren – sei es wegen Geld, Reichweite, Special Interest, Oldtimer-Leidenschaft, whatever. Damit bin ich absolut fein. Es gibt Fälle, da kommt ein elektrisch angetriebenes Auto einfach (noch) nicht infrage.
Wo ich aber eine dicke Halsschlagader bekomme ist bei Typen, die fanatisch E-Autos hassen, den ganzen Tag blöde Sprüche raushauen, Fake News verbreiten, Schwachsinns-Rechenbeispiele präsentieren, unbelehrbar und intolerant sind und jeden Tag am liebsten ein Fass Schweröl im Garten verbrennen und danach in ihr Greta Thunberg-Voodoopüppchen ein paar alte, angespitzte Zündkerzen reinstecken. Das sind leider auch die Leute, die jedem, der es nicht wissen will, die Ohren weglabern, wie scheiße, doof und klima-linksgrün-nazimäßig und vor allem: sauteuer!!1elf!!! E-Autos doch sind. Und um die und ihre hohlen Argumente geht es in diesem Beitrag.
Hier Teil 1 der absurdesten Argumente mitsamt Faktencheck und persönlicher Stellungnahme. Zurücklehnen und Popcorn holen, Leute. Es wird wild.
THEMEN IN DIESEM BEITRAG
„Die hört man ja nicht, das ist total gefährlich!“
Seit einigen Jahren sind Soundgeneratoren vorgeschrieben, damit beim langsamen Fahren ein Geräusch erzeugt wird. Je nach Hersteller unterscheidet sich das, da möchte jeder seinen eigenen Sound verwirklichen. Die smarten, kleinen Modelle haben eher einen futuristischen Sound, die großen (z.B. Porsche) klingen oft sehr eindrucksvoll und brachial. Bei Renault werden Sounds von Jean Michelle Jarre verwendet.
Der Sound wird übrigens nur bei Langsamfahrt erzeugt, bei höheren Geschwindigkeiten ist das Abrollgräusch der Reifen so laut, dass man keinen zusätzlichen Sound benötigt. Und davon abgesehen: Fahrräder machen auch kein Geräusch – aber hat sich schon mal jemand beschwert, dass man Fahrräder nicht hört? OK, die bringen einen nicht gleich um, wenn man in die Schusslinie gerät, aber ungefährlich ist es auch nicht, wenn ein Fahrradfahrer mit full Speed einen Fußgänger umnietet.
„Die brennen total schnell und dann kann man sie nicht löschen!“
Es ist ein Märchen, dass E-Autos schnell brennen. Das passiert nur bei massiven Schäden an der Autoelektrik, und das kommt so gut wie gar nicht vor. Die Bildzeitung und andere Medien, die ein Problem mit E-Mobilität haben, konstruieren daraus natürlich einen Skandal und picken sich die wenigen Fälle heraus, bei denen E-Autos abgebrannt sind, damit sie Klicks bekommen (und ihre Werbeeinnahmen pushen, natürlich).
Aber ja, wenn sie mal brennen, dann richtig garstig. Dann kann man auch nicht auf konventionelle Weise löschen und die Feuerwehr braucht Spezial-Equipment. Viele Feuerwehren haben das aber schon und können auch mit brennenden E-Autos umgehen.
„Ich will 6-Zylinder-Sound!“
Kannst Du ja haben, dann kauf Dir einen 6- oder 8-Zylinder, der schön blubbert und röhrt. Ist doch kein Problem, oder? E-Autos haben vom Prinzip her einen eher unauffälligen Sound. Die Soundgeneratoren erzeugen ein dezent-futuristisches Geräusch. Aber es gibt auch hier Abhilfe: 6-Zylinder-Sound zum Nachrüsten 😉
„Linksgrüne Ideologie!“
Eines der ganz doofen Bullshit-Argumente, das in der Regel von Leuten kommt, die weder nachdenken noch die hellste Kerze auf der Torte sind.
Halten wir fest: Strom kann man auf alle erdenklichen Weisen herstellen, und zwar meistens sogar selbst: mittels Balkonkraftwerk, Photovoltaik auf dem Dach, Windkraft, Wasserkraft, Gezeitenkraft und wenn man will, sogar mit einem Fahrrad-Dynamo. Die Natur bietet genug Energie, die man nutzbar machen kann und der „Brennstoff“ ist entweder Sonne, Wind, Wasserkraft oder jede Art von mechanischer Energie. Und diese Energiequellen sind kostenlos für jeden verfügbar, wenn man eine Anlage hat, mit der man sie nutzen kann. Die kostet einmalig Geld (wie fast alles im Leben), aber der „Brennstoff“ ist kostenlos. Die KfW hilft, die Anlagen zu finanzieren und die Bundesregierung schenkt Euch sogar einen Teil der Investitionskosten.
Wenn man brennbare Substanzen nutzt, um sie zu verbrennen, macht man sich immer von irgendjemandem abhängig, denn man kann diese Stoffe in den meisten Fällen nicht selbst erzeugen und muss sie von Staaten kaufen, die entweder ein fragwürdiges Verhältnis zu Menschenrechten haben oder Mondpreise verlangen und diese nach Belieben erhöhen können: Öl aus dem Nahen Osten oder Trumps Amerika, Gas aus Russland, dreckige Braunkohle aus Deutschland. Allen genannten Energieträgern ist gemeinsam, dass man sie kaufen muss, dass sie nicht unbegrenzt verfügbar sind und die Länder, die sie uns verkaufen, ihren Profit machen wollen und die Konzerne, die sie an uns verkaufen, sich auch eine goldene Nase verdienen wollen. Der Staat kassiert auch ab, und nicht zu knapp. Und das, was der komplett gestörte Trump in der Straße von Hormus abzieht und damit allen klar macht, wie fragil die Weltwirtschaft, die auf Erdöl aufbaut, ist, kann man auch nicht mehr als normal bezeichnen. Diesel für 2,30 Euro? Nein, danke, könnt Ihr behalten! Und billiger wird es nicht mehr.
Selbst Christian Lindner, der wahrscheinlich unfähigste Finanzminister aller Zeiten, hat 2022 mal etwas Sinnvolles gesagt: „Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien“. Da muss ich ihm leider recht geben, auch wenn es mir ein bisschen weh tut.
Wer rechnen kann, sollte mal einen E-Auto-Kostenrechner ausprobieren. Zum Biespiel den hier. Ihr werdet überrascht sein, welches Sparpotenzial in der Elektromobilität steckt. Und für die Ersparnis kann man sich auch mal locker einen schönen Urlaub gönnen. Klingt doch gut, oder? Also, ich fahre lieber schön in den Urlaub als meine sauer verdiente Kohle in mein Auto und dessen teuren Sprit zu stecken.
Bleibt dran, das Bullshit-Bingo geht weiter!
