Wie ich die Fahrt zur Arbeit überlebt habe

Eigentlich hatte ich ja heute vor, zur Arbeit zu fahren – wenn auch nur kurz – aber das Wetter hat mir gehörig einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Obwohl bei uns im Rheintal nicht wirklich viel Schnee lag, machten mich die Meldungen im Radio, dass der Busverkehr in Eifel und Hunsrück eingestellt wurde, doch recht stutzig. Aber ich habe es ja bisher jeden Tag geschafft, auf die Arbeit zu kommen, warum heute nicht auch? Bei leichtem Tauwetter machte ich mich also gegen 11:30 Uhr auf den Weg in den Westerwald. Bis zur Autobahnauffahrt ging auch alles gut, aber langsam wurde der Schnee immer heftiger und blieb schließlich liegen. Bis ich dann mit einer fast geschlossenen Schneedecke konfrontiert wurde. Von Räumfahrzeugen weit und breit keine Spur (!), nichts geräumt, nichts gestreut. Aber ich dachte, ab dem Dernbacher Dreieck wird alles besser, da ist die Straße frei – von wegen! Dort fing es erst richtig an. Die Autos fuhren immer langsamer und ich überlegte nicht lange, als ich die Abfahrt Montabaur sah…und daran vorbeifuhr. Denn sie mündet in einer scharfen Kurve und ist recht steil, und das wäre sicher nicht gut gegangen.

Also fuhr ich weiter, um die nächste Ausfahrt zu nehmen, Diez. Gleiches Spiel; eng, steil und nicht geräumt, somit lebensgefährlich. Ich fuhr immer weiter und plötzlich setzte der Schneesturm ein: geschlossene Schneedecke, Sicht unter 50 Meter, nur noch Schnee, wohin man blickte. Vor mir rutschte ein LKW durch die Gegend, auf der Gegenfahrbahn lag ein umgestürzter Sprinter und ich zitterte, dass ich diese Höllenfahrt überstehe. Da ich nirgends abfahren konnte, landete ich ich 2 Stunden später in Wiesbaden (!!). Da war die Wettersituation nur unwesentlich besser und ich kämpfte mich bis Mainz durch, weil ich am Rhein entlang zurück fahren wollte.

Unterbrochen von diversen Blizzards und blauem Himmel landete ich nach schlussendlich 5 Stunden (!!!) Fahrt wieder zuhause. Ich habe somit auf dem Weg „zur Arbeit“ den Rheingau und das obere Mittelrheintal durchquert, obwohl ich einfach nur nach Montabaur im Westerwald wollte. Und zu Yvonne konnte ich auch nicht fahren, weil ich wieder auf den Westerwald hätte fahren müssen…doof. So sitze ich hier alleine und schreibe in meiner warmen Wohnung diese Zeilen, während es draußen friert und leicht schneit. Und weil es so schön ist und ich das Ganze irgendwie überstanden habe, zeige ich Euch mal die Route dieser irrsinnigen Irrfahrt (in Orange ist mein normaler Arbeitsweg eingezeichnet – bitte klicken zum Vergrößern).

Die Route meiner Odyssee im Schnee

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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DarkVamp

Sommerreifen ?

Nila

Ich bin heute auch Zuhause. Sitze fest. Nun haben wir sicher über einen Meter Schnee. Mit den heutigen 50 cm Neuschnee. Wir ersticken.
Finde das auch nicht mehr witzig.

Yvonne

Der letzte vergleichbar harte Winter war 1970.
Hier gab es innerhalb einer Stunde Neuschnee von gut 10 cm. Straßen sind glatt, trotz Räumung (Räumfahrzeug tuckerte vor mir) und etliche Autos und Lkws rutschten. Da kann Panik aufkommen, vor allem, wenn dann auf einmal die Bäume ihre Schneelast verlieren und man absolut rein gar nichts mehr sieht.
Ich wünsche dann mal allseits Gut Schipp!!!

Aquii

Schöne Tour, aber es ist halt Winter, da kann sowas schon mal passieren. Das allerdings die Komunen dann ihrer Räum- und Streupflicht nicht ausreichend nachkommen, ist eine Sauerei. Da sollte man mal eine Entsprechende Anfrage bei der zuständigen Behörde starten.

frank

ja ja wenn so mit schlechtem schuhwerk unterwegs ist, dann ist man selbst dran schuld, wenn dann alleine zuhause sitzt.

lg frank

Philipp

Finde es ganz schön erschreckend das nicht geräumt war. Als ich vorletztes Jahr im Schneechaos in Pittsburgh war, war da echt top geräumt. Alle Straßen komplett frei obwohl da mehr Schnee gefallen ist als hier.

Lesender

wo ich gerade bei uns in frankfurt aus dem fenster schaue. es ist zwar noch stockdunkel aber schnee ohne ende. tiefster winter.

Gilly

So im Nachhinnein aber eine coole Geschichte 🙂

Yvonne

Oh ja, Schatz, da hast Du Recht, das sollte ich tun:-)
Ein Teelicht im Auto verhindert das einfrieren der Scheiben und das erfrieren von den Insassen im Auto. Ich konnte es auch nicht glauben, aber die Freundin, die es mir sagte, meinte, es wäre ihr von jemand Kompetenten gesagt worden (Polizei oder Rettungssanitäter war es gewesen). Also im Auto soll immer dabei sein: Streichhölzer, Teelicht(er), Decke und Taschenlampe. Wobei Trinken und Schokolade auch nicht verkehrt sind. Ich werde mir auf jeden Fall morgen diese Dinge ins Auto packen. Selbst auf einer nur kurzen Strecke über die Autobahn kann es passieren, dass man stundenlang festsitzt – so wie es Martin hätte passieren können.

Yvonne

Muss mich gerade noch mal zu Wort melden. TEELICHT soll man auch dabei haben!!! Schützt vorm erfrieren und eine Taschenlampe. Die Dinge werde ich mir morgen auf jeden Fall ins Auto legen – sicher ist sicher, gerade jetzt bei dem Chaos auf den Straßen.

Martin

Wow! Tja das ist aber dumm gelaufen 🙁
Aber gut, daß Du wieder heil Zuhause angekommen bist!
Ich mußte nur von Mendig nach Neuwied und das war schon heftig.

Mal sehn wies morgen mit dem Wetter weitergeht.
Schlimmstenfalls mach ich Montag HomeOffice. Mal sehn.

Euch allen eine Gute Fahrt falls ihr unbedingt fahren müßt!
Und immer ein kleines Notfallpaket dabei haben (Trinken, Schokolade, Decke, …). Und wehe dem, der mit fast leerem Tank fährt. Ohne Sprit nach paar Stunden Vollsperrung geht auch die Heizung aus!

Yvonne

Das lassen wir auch schön bleiben. Auch wenn ich Dich jetzt sehr gerne bei mir hätte, so will ich dich doch am Stück haben und gesund an Leib und Seele und ich selbst kann jetzt nicht mehr fahren.
Verena, meine Bonner Oma sagte mir heute morgen das Gleiche.Sie war heilfroh, dass sie heute nicht mehr mit dem Auto fahren muss.
Dieser Winter ist mal wieder ein richtiger Winter. An sich finde ich das ja auch alles total Klasse und schön, vor allem jetzt bei dem Vollmond, aber ich kann keine Schneeschaufel mehr sehen und fahren tue ich bei dem Wetter auch nicht wirklich gerne, zumal kaum bis gar nicht geräumt wird.
Naja, aber die Kids haben ihren Spaß.

Yvonne

Ich sitze hier auch alleine, schmoll, und traue mich nicht rauszuschauen. Ich will und kann keinen Schnee mehr sehen!!
Aber Du hast wirklich eine heftige Fahrt hinter Dir. Bin echt froh, dass Du heil angekommen bist, da kann ich dann auch mal ein WE ohne Dich verschmerzen (gerade so 😉 )

Verena

wow, du bist aber heute gut rumgekommen.
Mein Bruder wohnt in Bonn. Er rief heute Vormittag an, als bei uns schön die Sonne schien. Bei ihm schneite es und Bonn hat kein Streusalz mehr. Eine Brücke bei ihm in der Nähe sei total glatt.
Bei uns wars den ganzen Tag über trocken. Jetzt schneit es aber stark. Aber sonst war hier gar nix. Kein Verkehrschaos oder so. Wir waren in Aachen. Da lag kaum Schnee. Nur auf dem Markt war es etwas glatt. Naja, Kopfsteinpflaster und Schnee und dazu kalt…