Wenn’s mit dem Englischen nicht so klappt…

Heute war ich mit Yve in der Stadt. Wir parkten an einem schmucklosen, betonierten Bau, an dem merkwürdigerweise die Aufschrift „Hotel“ prangte. Sah eher aus wie ein Wohnhaus. Aus Neugierde ging ich mal an den Eingang und schaute mir dieses ominöse „Hotel“ an. Man sah ein handelsübliches Treppenhaus und an der Tür zwei einlaminierte Schilder, eins in deutsch, eins in englisch. Und was ich da lesen musste, zog mir fast die Schuhe aus:

Wenn ich im Hotelgewerbe (oder auch sonstwo) Geld verdienen möchte, dann versuche ich doch, möglichst professionell aufzutreten. Und gerade dann, wenn ich englischsprachige Texte schreiben möchte, dann lasse ich im Zweifelsfall jemanden drüberlesen, der sich mit sowas auskennt. Aber das hier ist lächerlich.

Der Text dürfte sich für Menschen, die des Englischen mächtig sind, ungefähr so anhören – ziemlich wörtlich übersetzt:

Überprüfung in 24 Std. möglich !!!

Ist die Hoteltür geschlossen? dann du darfst klingeln auf der Briefbox die den Namen hat „***hotel-Garni“ Du darfst sprecen zwanzigg cm von den Briefbox-Lautsprechern Ist die Unterhaltung Ende, dann du darfst neu klingeln. Die Unterhaltung dann ist neu verbunden. Oder rufe diese Telefonnummer an: 026***/*****. Dank’e

Als Yve und ich so vor uns hin schwadronierten und ablästerten, kam plötzlich eine Stimme aus der Sprechanlage „Gibt’s hier ein Problem?!“ Toll, man wurde die ganze Zeit belauscht beim Ablästern. Wir entfernten und hörten aus der Sprechanlage noch irgendwas von „Polizei“ quäken… Oh weia, was muss das für ein Laden sein, wo man sich keine Mühe macht, englischsprachige Gäste in verständlichen Worten zu empfangen und die Passanten an der Sprechanlage belauscht und sogar mit der Polizei bedroht. Da nützt es auch nichts, wenn an der Hotelklingel ein säuberlich geprägtes Schild mit der Aufschrift „ringing-bell“ (!!!) angebracht ist: hier ist man nicht willkommen. Weder in deutsch, englisch noch irgendwie anders.

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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Martin

Anja, Du meinst wohl vor den Kick-Off-Meetings, oder? Da ist die Message sehr wichtig. Oh, ich muss schnell noch was downloaden!

Anja

Na das wird doch vor den Meetings alle gebrainstormt… grins

Stefan Sperling

Das Schlimme ist eigentlich, dass sich im Unternehmensumfeld („Business-Bereich“) eine ganz üble Art Englisch breitgemacht hat. Ausschnitt aus einer Vertriebsbesprechung: „Haben wir uns dazu eigentlich commited?“ Und dabei vergessen die Herrschaften völlig, dass es eine wunderschöne deutsche Sprache sowie das gleich im Englischen gibt. Brrrrr…. I am NOT amused!

Anja

Ok, es ist leider kein Einzelfall, dass in den Hotels Englisch und andere Sprachen für viele ein Fremdwort sind. Servicewüste Deutschland. Man könnte ja wenigstens jemanden bitten, der der englischen Sprache mächtig ist, dies zu übersetzen, dann würde man sich nicht so blamieren.
Oder wie sagte Herr Becker schon: I speak English very well, nur nicht so schnell.