Warum ich die Corona-Warn-App installiert habe ...und warum Du das auch solltest

Seit gestern ist sie also da, die offizielle Corona-App der Bundesregierung und des RKI. Ich habe sie mir direkt installiert, und das solltet Ihr auch, wenn Eurer Gerät die Anforderungen erfüllt (die im Übrigen ziemlich moderat sind): Android ab 6.0 oder ein iPhone ab dem Modell 6s.

Was verspricht man sich von der App?

Dass Infektionsketten durchbrochen werden, indem möglichst viele Bürger diese installieren und so nachvollziehbar machen, wer mit wem in Kontakt getreten ist. So lässt sich das individuelle Risiko kalkulieren und es werden Empfehlungen gegeben, wenn Gefahr im Verzug ist. Denn: wenn man ein hohes Risiko angezeigt bekommt, sollte man sich besser testen lassen. Und wenn das Testergebnis dann positiv sein sollte (was ich niemandem wünsche), kann das in der App eingetragen werden und man sollte sich sofort in Quarantäne begeben. Da die Angabe des Testergebnisses rückwirkend verwendet wird, um das Risiko bei anderen Leuten zu beurteilen, kann ein großer Beitrag geleistet werden, dass andere Personen gewarnt werden (ich hoffe, das war einigermaßen verständlich. Ansonsten gibt es hier mehr Infos von offizieller Seite).

Gibt es Bedenken bei der Verwendung der App?

Nein. Es eine der wohl datensparsamsten Apps, die es im App-Store oder im Play-Store gibt. Denn die Daten, die von Euch erhoben werden, sind……keine. Und falls Ihr ein Testergebnis haben solltet, kann das per Code in die App eingelesen werden. Verpflichtet ist dazu aber niemand – wobei es blödsinnig wäre, es nicht zu tun. Der Rest läuft über Bluetooth Low Energy, und das war’s auch schon. Der Chaos Computer Club und mehrere unabhängige Prüfer haben sich sowohl den Quellcode als auch die fertige App eingehend angeschaut, technisch auseinandergenommen und sind zu dem Schluss gekommen, dass datenschutzrechtlich nichts zu beanstanden ist. Es gibt keine zentralen Server, auf denen Daten gespeichert werden, die App weiß nicht, wie Ihr heißt und erstellt auch keine Bewegungsprofile.

Etwas stutzig macht einen allenfalls der Punkt, warum die Standortermittlung am Smartphone eingeschaltet sein muss, obwohl die App doch angeblich nur Bluetooth benötigt? Das liegt an einer Eigenheit des Android-Systems, denn die Standortermittlung ist zwar eingeschaltet, aber die App benötigt diese Angabe nur, um herauszufinden, wie nahe man dem Kontakt war. Ein Tracking findet definitiv nicht statt, wie man auch gleich in meinem Screenshot sieht.

Die Berechtigung, auf die Kamera zuzugreifen, benötigt man nur, damit der QR-Code eines Testergebnisses gescannt werden und in der App hinterlegt werden kann. Sollte kein Corona-Test erfolgt sein, kann man sogar diese Berechtigung ausschalten.

„Ja, aber die Regierung…!“

Wenn „die Regierung™“ es auf Euch abgesehen hätte, dann würden sie wahrscheinlich eher mit dem Staatstrojaner an die Sache rangehen als mit einer App, die sowieso keine Daten abwirft, die in irgendeiner Weise mit Euch in Verbindung gebracht werden können. Da kann man einen noch so großen Merkelhass haben und an die Neue Weltordnung glauben, aber mit einem Funken gesundem Menschenverstand merkt man ganz schnell, dass es darum nicht geht, sondern um die Beherrschung einer Pandemie. „Welche Pandemie?“, werden manche fragen. Also, wer das fragt, hat einen zu großen Aluhut auf.

Best of „warum ich mir diese App keinesfalls installiere!“

Man liest viel, wenn der Tag lang ist, daher ein kurzer Zusammenschnitt der merkwürdigsten Aussagen, die ich in Foren und Play-Store-Bewertungen gelesen habe. Jeweils unkommentiert.

„Diese App kommt mir nicht aufs Smartphone!“

„Die App saugt mir den Akku leer!“

„Ich benutze Bluetooth nie.“

„Das bringt doch eh nichts!“

„Wäre die App zwei Monate früher gekommen, hätte ich sie mir installiert. Jetzt ist sie sinnlos.“

„Mit der App will mich die Regierung verfolgen!“

„Wer garantiert mir, dass der Quellcode derselbe ist, aus dem auch die App gebastelt wurde?“

usw.

Und natürlich haben wir ja noch den Herrn Kekulé, den Virologen, der anscheinend immer noch pikiert darüber ist, dass er neben Herrn Drosten nur die zweite Geige spielt. Der findet natürlich Mängel in der Corona-Warn-App. Wahrscheinlich nur, weil ihn niemand konsultiert hat und weil er wie immer die beleidigte Leberwurst spielt…

Installieren, bitte!

Wenn Ihr einen Beitrag dazu leisten wollt, dass dieser Alptraum namens Corona so schnell wie möglich vorbeigeht, dann kann ich nur an Euch appellieren: installiert Euch bitte die App, wenn Eure Technik das zulässt. Meine Frau und ich haben sie gestern direkt auf unsere Smartphones gespielt und leisten unseren Beitrag. Und glaubt mir und den Experten, die sich damit auskennen: es wird nichts Schlimmes passieren. Ganz im Gegenteil. Ihr helft mit, eine weltweite Seuche besser kontrollieren zu können. Vielen Dank.

Die Corona-Warn-App könnt Ihr für das iPhone hier und für Android hier herunterladen.

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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