Teutonen im Weltall

Also, nachdem ich heute nach der Arbeit zum wiederholten Male mit undefiniertem Tempo geblitzt wurde – das 3. Mal innerhalb von 3 Monaten! Warum immer ich, der eigentlich meistens vernünftig und zuvorkommend fährt?! – habe ich beschlossen, mir einen gemütlichen Abend auf der Couch zu machen und nicht mehr über Radarfallen nachzudenken (auch wenn’s schwer fällt). Seit Weihnachten liegt nämlich das angelesene SciFi-Buch „Googol“ des deutschen Autors und Fotografen H. D. Klein auf meinem Couchtisch.

Nicht, weil es langweilig wäre – ganz im Gegenteil! – sondern weil ich abends oft andere Dinge mache oder vor dem Compi sitze, habe ich es bis heute nicht mal auf Seite 350 geschafft. Dazu muss man sagen: „Googol“ hat ca. 1.000 Seiten! Aber heute habe ich wirklich viel gelesen und konnte mich kaum trennen, so spannend war die Geschichte von Kapitän Nurminen und seiner Besatzung. Aber der Reihe nach.

Das Buch handelt von der Entdeckung einer riesigen, weißen Pyramide unterhalb der Ekliptik, in großer Entfernung zur Erde. Ein bunt zusammen gewürfeltes Team macht sich im Jahr 2045 auf die Reise, um zu entschlüsseln, warum dieses Objekt alle 500 Jahre in unserem Sonnensystem auftaucht und was dessen Geheimnis ist. Im Laufe der Reise stellt sich heraus, dass die NOSTRADAMUS, mit der sie unterwegs sind, nicht nur einen bizarren Antrieb hat, sondern auch, dass es Machenschaften von mächtigen Gruppierungen gibt, die unbedingt verhindern wollen, dass diese Mission erfolgreich beendet wird. An Bord passiert also einiges, wobei diskrete Sabotage noch das geringste Übel ist. Bin gespannt, wie es weiter geht!

Was auffällt: die Story ist durch und durch „un-amerikanisch“, das heißt konkret, dass die Hauptdarsteller vom Konzern „Space Cargo“ in Manching bei München stammen, sehr oft germanische Namen verwendet werden (Shuttleträger „Heimdal“, „Schiffswerft „Futhark“, Raumstation „Noordung“, etc.). Das klingt im ersten Moment komisch, ist aber so 😀 Liest sich erstaunlicherweise sehr entspannt und gar nicht „nationalistisch“, eher kurios. HD Klein ist auch ganz bestimmt kein Nazi, das weiß man spätestens, wenn man auf seiner Website vorbei geschaut hat. Eher ein urbayrischer Luft- und Raumfahrttechniker, der erstaunlich fesselnd schreiben kann und sich sicher mal das Vergnügen gönnen wollte, einen der raren deutschen SciFi-Romane zu schreiben. Das mit dem germanischen Zeugs ist eher eine kuriose Erscheinung am Rande, die aber einen interessanten Akzent setzt zur Helden-SciFi aus USA, wo ein Will Smith als Einzelkämpfer mal eben so die Welt vor den bösen Aliens und der totalen Zerstörung rettet. Und da beschwert sich ja auch niemand.

Ich bin total gespannt, was John Nurminen, Karl-Heinz „Voodoo“ Wörner, Karen „Halbmond“ Cahor und dem Rest der Crew noch so alles widerfährt und schreibe eine komplette Rezension, wenn ich’s fertig habe (ohne Spoiler, versteht sich, ich will Euch ja nicht den Spaß verderben). Ach ja, verlost wird es danach auch wieder. Diesmal sind die Science-Fiction-Fans unter Euch gefragt!

P.S.:  ich habe heute ca. 300 Seiten geschafft *protz*. Aber das liest sich so flüssig und spannend, da fällt es gar nicht auf, wenn man die halbe Nacht verschmökert 😉

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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Pumuk

Hallo,

da bin ich mal wieder, noch viel verspäteter 😉
Inzwischen gibts ja Phainomenon von H. D. Klein, das hab ich inzwischen auch gelesen. Es ist auf jeden Fall lesenswert, allerdings gefallen mir die beiden Googol(plex)-Bücher besser. Das ist natürlich nur meine persönliche Sichtweise, ich mag eher die Geschichten, die irgendwo draußen im Raum spielen, während Phainomenon praktisch komplett auf der Erde spielt.
Mehr möchte ich hier nicht verraten, da es trotzdem ein recht gutes Buch ist. Spannung, ein paar Überraschungen und ein paar alternative Erklärungen zu geschichtlichen Abläufen erwarten den Leser.

Hier noch ein alternativer Buchtip: Ich habe gerade Michael McCollum entdeckt, die beiden Bücher Sternenfeuer und Sternenstürme habe ich gerade durch (die gehören zusammen), und ich kann sie nur empfehlen. Wem Googol gefällt, dem gefallen diese höchstwahrscheinlich auch. Und ich hoffe, dass es da bald eine Fortsetzung gibt, die Geschichte ist nämlich noch nicht zu Ende…

–-
Viele Grüße,
Pumuk

Pumuk

Hallo,

ich bin hier gerade drübergestolpert, als ich einfach mal nach den Charakteren meines Lieblingsbuches googelte, bzw. meiner beiden Lieblingsbücher, Googol und Googolplex.
Ich lese relativ viel, und diese Bücher sind einfach nur klasse. Es ist ein Mix aus SciFi, Verschwörung und Abenteuer, der rasant und ohne viel „Geschwafel“ vorranschreitet – bzw. mit Überlichtgeschwindigkeit auf einer möglichen parallelen Zeitachse vorranrast.
Viele Autoren – inbesondere welche, die schon länger im Geschäft sind – neigen dazu, sich lang und breit in detaillierten Beschreibungen zu verlieren, das ist hier zum Glück nicht so.


Viele Grüße,
Pumuk

Matthias

Die Geschichte hört sich auf den ersten Blick recht interessant an, auch wenn ich eigentlich nicht so auf SciFi stehe… Anfangs hab ich überhaupt keine Bücher gelesen, aber als ich mir dann mal eins gekauft habe, war ich erstaunt, wie flüssig der Stoff zu lesen ist.

Mal schauen, vielleicht find ich das Buch mal irgendwo günstig und kauf es mir!

Matthias