Tattoo-Time Warum ich jetzt ein zweites Tattoo habe

Es ist schon 2 Jahre her, dass ich mir mein erstes Tattoo habe stechen lassen, da war ich 49 Jahre alt. Warum habe ich es getan? Weil ich Tattoos – natürlich nicht alle – immer schon für eine schöne Art des Körperschmucks gehalten habe. Etwas mehr über meine Beweggründe und ein paar Gedanken rund um das Thema „Tätowierungen“ erzähle ich Dir heute.

Welche Motive ich gut finde

Einfache, minimalistische Tattoos finde ich schön. Ich mag für mich persönlich nicht diese riesigen, körperfüllenden Gemälde, auch keine Totenköpfe oder Fantasy-Motive. Das bin nicht ich. Aber bei anderen Personen kann das wunderbar aussehen, je nachdem, was man für einen Stil hat. Meine Freundin Marie ist beispielsweise so ein Gesamtkunstwerk, in das sie schon viele Tausende Euro hineingesteckt hat.

Die Idee zu meinem ersten Tattoo hatte ich übrigens, als ich am vor einigen Jahren am Flughafen in der Warteschlange stand und ein Mädel ein Motiv auf dem Oberarm hatte, bei dem ich dachte: „Ja, das ist es!“. Also habe ich heimlich ein Foto gemacht und es als Vorlage genommen. Ich wollte es aber im Gegensatz zu der Dame an der linken Wade haben.

Das Tattoo-Studio

Meine Freundin Marie geht immer zum Tätowierer nach Frankfurt (für mich leider viel zu weit), unsere Freundin Petra nach Köln. Aber da wir bei uns im Ort ein Tattoo-Studio haben, gab ich dem einfach mal eine Chance, nachdem ich mich bei den Google-Rezensionen ein wenig informiert hatte und der Meinung war, dass es eine gute Wahl ist. Höllenregen-Tätowierungen war also das Studio meiner Wahl. Nach einem ersten, sehr freundlichen Gespräch mit  den beiden Tätowierern Lähs und Katha und der Besprechung meiner Wünsche machten wir einen Termin aus und ein paar Wochen später (die guten Studios haben immer etwas längere Wartezeiten) konnte es schon losgehen.

Mein erstes Tattoo

Lähs hat sich viel Zeit genommen, um mit mir die Vorlage, die ich ihm geliefert habe, zu besprechen. Er hat noch einige kleine Modifikationen vorgenommen, u.a. hat er die Vorlage etwas „männlicher“ gestaltet, denn das Original hatte ich ja von einer Dame abfotografiert. Ja, und dann ging es los. Ich hatte ja noch keine Ahnung, wie weh das tun wird, aber ich kann Dir schon jetzt sagen: man hält es gut aus, wenn man nicht absolut wehleidig ist.

Nachdem ich auf der Liege im Studio Platz genommen hatte, fing Lähs an. Für jemanden, der das noch nicht kennt: es fühlt sich ungefähr so an, als ob man mit einem spitzen Fingernagel in die Haut ritzt. Jetzt war mein erstes Tattoo natürlich nicht besonders großflächig und hatte auch keine Ausfüllungen, von daher war das sehr erträglich. Nach ungefähr einer Stunde, in der wir uns sehr kurzweilig unterhielten, war alles fertig und es kam zum Schutz eine ganze Menge Frischhaltefolie um mein Bein.

Die Folie blieb die nächsten Tage drauf, Duschen oder Baden war auch nicht. Nach 3 Tagen konnte ich die Folie entfernen und das Tattoo vorsichtig abwaschen, die nächsten 6 Wochen musste ich noch vorsichtig sein, denn übermäßiges Wasser und starke Sonnenbestrahlung mögen frische Tattoos nicht.

Mein zweites Tattoo

Ina wollte sich schon seit längerer Zeit ein neues Tattoo stechen lassen, dazu kam es aber wegen der Corona-Krise leider nicht. In der Zwischenzeit besorgte sie sich für kleines Geld ein paar Bögen mit Klebe-Tattoos, um sich damit zumindest in der Zwischenzeit ein bisschen zu dekorieren. Da war auch ein Motiv dabei, das ich mir auf den Fußrücken klebte und das überraschend gut aussah: ein klassisches Tribal (hat zwar irgendwie jeder, aber gefiel mir an dieser Stelle).

Als die Tattoo-Studios wieder öffnen durften, konnte Ina sich ihr Tattoo stechen lassen, und ich nutzte die Gelegenheit, mich bei Höllenregen beraten zu lassen. Ich zeigte Katha das Bild von meinem Fuß mit dem aufgeklebten Bild, aber nach kurzem Gespräch kamen wir überein, dass das ein wenig „dahingeklatscht“ aussieht. Also riet sie mir zu einem anderen Motiv, das ein wenig runder und den Konturen des Fußes besser angepasst ist.

Zuhause setzte ich mich hin und suchte online nach geeigneten Motiven – hier war Pinterest eine große Hilfe. Als ich dann „das“ Motiv gefunden hatte, bereitete ich es am Rechner auf und modifizierte es nach meinen Wünschen. Es handelt sich um ein rein dekoratives Motiv ohne tieferen Sinn, aber mit einem Schriftzug.

Nachdem ich es Katha geschickt hatte, merkte sie an, dass der Schriftzug sich dann wahrscheinlich im Knick zwischen Fuß und Bein befinden würde, also verzichtete ich darauf. Und da zu meinem Glück ein Kunde abgesprungen war, konnte ich schon wenige Tage später zu Höllenregen – und los ging’s!

Der Termin

Praktischerweise war es an diesem Tag warm, sodass ich offene Schuhe tragen konnte. Pünktlich um 12 Uhr war ich da und nach Vorbereitung des Arbeitsplatzes legte Katha auch direkt los.

Die ganze Prozedur dauerte ca. 1,5 Stunden und ich kann Dir sagen: ja, es tut ordentlich weh! Am Anfang geht’s noch, aber je länger es dauert, desto unangenehmer wird es. Aber man kann sich ja nett unterhalten, dann geht die Zeit rum und es lenkt auch ab – zumal man sich mit Katha sehr angenehm unterhalten kann.

Da der Schriftzug wegrationalisiert wurde, wollte ich das Dreieck, das darin vorkam, noch irgendwo untergebracht haben. Es landete am unteren Ende meines Beines und ist schattiert, was man aber aktuell noch nicht sehen kann.

Letzten Endes war ich sehr zufrieden, auch wenn die Prozedur schmerzhaft war (ich wollte es ja so…). An dieser Stelle danke ich meiner Tätowiererin herzlich für die wirklich tolle Arbeit! Ina holte mich ab und ab jetzt muss ich mich schonen. Der Fuß ist schon ziemlich angeschwollen, was völlig normal ist, und ab Sonntag Morgen darf ich das (nahezu unsichtbare) Pflaster unter der Dusche abziehen und das Tattoo ein wenig abwischen. Die Wundheilung dauert eine Zeitlang, es wird wahrscheinlich jucken, aber auch das geht vorbei.

Das Ergebnis

Und so sieht das Ganze aus:

Ich bin sehr gespannt, wie es sich entwickelt, wenn das Pflaster ab ist und die verlaufenen Stellen weg sind.

Wer noch einen wirklich guten Tätowierer in der Gegend Overath/Bergisch Gladbach sucht, ist bei Höllenregen sehr gut aufgehoben!

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du auch ein Tattoo? Und wenn nein, was denkst Du über Tätowierungen?

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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3 Kommentare
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[…] sehr persönlichen Artikel inspiriert hat mich im übrigen ein Text den ich vor einigen Tagen bei Loft 75 entdeckt und mit Interesse gelesen habe. Und weil ich auf mein Tattoo wirklich stolz bin und es sofort […]

DrSchwein

Bei Tätowierungen will ich immer mit einem Lappen ran und die wegwischen. Vermutlich irgendeine Zwangsstörung.