Soziale Netzwerkbereinigung

Na, geht’s Euch vielleicht auch so? Bei Google+, Facebook, wer-kennt-wen, MySpace usw. vertreten? Weil das irgendwann mal hip war,  sich da anzumelden? Das Problem ist der Pflegeaufwand und die Zeit, die man damit verschwenden kann.

Es gab mal eine Zeit, da sind die Sozialen Netzwerke nur so aus dem Boden geschossen. Das fing vor Jahren an mit MySpace, StayFriends und sogar Second Life (wobei das eigentlich etwas ganz anderes war). Dann trennte sich die Spreu vom Weizen und man war nur noch bemüht, so viele Freundschaften/Bekanntschaften wie möglich zu „sammeln“. Still und leise wurde Facebook das Mittel der Wahl, auch wenn andere Netzwerke wie z.B. wer-kennt-wen.de oft wesentlich übersichtlicher sind. In FB sucht man sich ja manchmal den Wolf vor lauter „Funktions-Overload“. Und verliert dabei schnell den Überblick, welche Anwendungen auf was zugreifen können. Aber sei’s drum.

Dann kam letztes Jahr Google+ dazu, der Mega-Hype in der technikaffinen Bloggerszene. So früh wie möglich dabei sein, nur nichts verpassen, den ganzen heißen Scheiß ausprobieren, auch wenn Google die eigenen Daten untereinander verknüpft, wie es will. Man hat ja nichts zu verbergen…

Tja, XING gibt es auch noch. Für die Business-Typen, die eine Geschäftsidee nach der anderen durch ihr Network prügeln. Headhunter, Karriere, Geld, Erfolg. Relativ sinnfrei, wenn man einen guten Job hat und den auch behalten möchte. Und man mit dem ganzen Yuppie-Kram nichts zu tun haben will, weil Anzugträger, die sich sehr, sehr wichtig nehmen, nicht zum persönlichen Stil passen.

Und dann die anderen spannenden StartUp-Dienste, die tolle Dinge versprechen wie „Musik mit deinen Freunden teilen“ oder anderen Bullshit und die irgendwie alle so Namen haben wie Fuckr, Bloedr, Newr, Fastr, Hardr, Palimpalam.io oder sonstwas – die nehme ich nicht ernst, weil sie in spätestens 2 Jahren keiner mehr kennt. Und das aus gutem Grund: weil das nämlich kurzlebiger Nerd-Hype-Kappes ist, den man mal eben so nutzt und dann seine Login-Daten vergisst, weil man sich nach dem ersten Login und dem Anlegen seines Profils dort nie mehr hat blicken lassen. Und dann bei Cashy oder anderen in 2 Monaten liest, dass sie ihren Geist aufgegeben haben oder von Google aufgekauft wurden. Oder „Finanzierungsschwierigkeiten“ haben.

So, und schon hat man den Salat: in 5-10 großen Social Networks vertreten, aber alles nur halbherzig gepflegt und die Daten fliegen ungeprüft durch das Netz, weil sich niemand mehr die Datenschutzbestimmungen durchliest, die andauernd geändert werden: das MySpace-Profil ist ein halbes Jahr alt, bei WKW schaut man nur noch rein, wenn jemand in die selbst gegründete Gruppe will, bei Google+ lernt man doch nur die Nerds kennen, weil sonst keiner diesen Dienst nutzt (Google sieht das anders, ich weiß) und die Business-Lounge-Anfragen bei XING löscht man reflexartig und ungesehen. Was  also tun? Ich habe mich entschieden, diesbezüglich ein stressfreieres Leben zu führen und den kleinsten gemeinsamen Nenner zu wählen: Facebook.

Da finde ich alte Bekannte in reichlicher Anzahl wieder, mit der neuen Timeline komme ich gut klar und wenn man sich mal kurz in die Mechanismen vertieft, wie FB tickt, hat man auch keinen Stress. Irgendwie alles unter einem Hut und man muss sich nur einmal ärgern, wenn mal wieder die Datenschutzbestimmungen geändert wurden, und nicht 4x pro Tag. Und mittlerweile habe ich dort auch > 80% meiner Bekannten aus den anderen Netzwerken wiedergefunden.

Wie macht Ihr das? So viele Netzwerke und so viel Web 2-3 wie möglich oder eher digitale Abstinenz? In welchem Netzwerk finde ich Euch? Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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5 Kommentare

  1. Ich hab in Fakebook + Google+ Accounts – aber ich brauch noch GARnix pflegen, weil fast nix drinsteht. Ich bin halt nur passiv „da“.

    Beides ist „gefaked“, d.h.: weder der Zuckermann noch die Googles kennen meinen „richtigen“ Namen. Google+ hat EIN Foto von mir, aber da halte ich mir ein buntes Kissen vors Gesicht, das doppelt so groß ist wie mein Kopf.

    Bei den Apples halte ich das auch so. Ich brauchte ja eine Apple-ID um mir Lion runter zu laden – Gott was wollen die alles wissen. Jetzt wissen sie´s, aber stimmen tut da „0“. Die wollen Daten, die kriegen Daten, alle, die sie haben wollen – aber eben „irgendwelche“, nicht meine…

  2. Das Problem bei Facebook ist ja dieses mangelnde mit den Daten, der Vorteil der recht hohe Verbreitungsgrad…

  3. @jürgenhugo
    Zum Thema Fakeaccount bei Facebook:
    Deine Freunde schreiben Dir ne Nachricht und mindestens ein Dödel spricht Dich mit Deinem richtigen Namen an. Es fragt dann auch noch ob Deine Handynummer noch gültig ist…. Er gratuliert zum Geburtstag… Hat Deine Schwester gestern getroffen… Ist mit Deinem Bruder bestens befreundet… Natürlich hat er Deine echte seriöse Emailadresse auch gespeichert mit Deinem Namen und auch Deinem echten Geburtstag. Die vielen Verknüpfungen mit anderen echten Freunden die leider alles angegeben haben und wo garantiert einer dabei ist, dem seine Sicherheitseinstellungen egal sind. Und dann der Likebotton auf nahezu jeder Webseite im Netz und und.. Ach was, Glaub mir Deine Daten hat Facebook schon längst.

  4. Mit meinem Realnamen habe ich kein Problem, und die Datenschutzeinstellungen kann man anpassen. Also, alles paletti…

    Und wenn man mit Fake-Namen unterwegs ist und hauptsächlich passiv, dann braucht man eigentlich gar kein „Social Network“. Es ist ein Irrglaube, dass man „dabei sein muss“.

  5. Dödel spricht Dich mit Deinem richtigen Namen an.

    – Dödels kennen meinen Namen nicht.

    Es fragt dann auch noch ob Deine Handynummer noch gültig ist….

    – meine Handynr. kennt keiner, der iwas mit Fakebook zu tun hat

    Hat Deine Schwester gestern getroffen… Ist mit Deinem Bruder bestens befreundet…

    – ich hab keine Schwester, ich hab keinen Bruder.

    Gut, ein Hacker mit viel Zeit bekommt evtl. meinen Klarnamen raus – der muß aber schon gut sein. Und eins weiß ich 150%: von mir ist KEIN einziges Foto im Net, wo mich auch nur meine Mutter erkennen würde – und die ist 1989 gestorben.

    Ob mich einer sosehr haßt, das er sich die Mühe macht? Glaub ich eher nicht…

    Und Martin: Irrglaube? Ich glaub, das morgen Dienstag ist, da bin ich sogar ziemlich sicher…

    Ich habe den Account weil – ich hab ihn eben. Vielleicht nur, um den Klarnamenszwang ad absurdum zu führen…

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