Kein Beziehungsendedrama

Es schwebte mir ja schon lange vor, diesen Artikel zu schreiben, aber ich wollte erstmal abwarten, ob es sich wirklich so entwickelte, wie der Redakteur dieser Seite und ich uns das vorstellten.

Jetzt, nach Ablauf eines gewissen Zeitraumes muss ich sagen, es geht tatsächlich – der Sprung von der Liebe zur Freundschaft. Und da stellt sich mir die Frage, warum schaffen es so viele nicht, sich im Frieden zu trennen?

Erstmal vorneweg vielen Dank an Martin, der mich ausdrücklich bat, auch weiterhin für das Loft 75 zu schreiben. Um ehrlich zu sein, es hätte mir gefehlt, nicht hin und wieder meinen „Sermon“ hier loswerden zu dürfen.

Aber nun zu meinen Überlegungen:

Ich denke ich kann sagen, dass wir durchaus für unsere Beziehung gekämpft haben, aber irgendwann feststellten, dass für eine Liebesbeziehung einfach die annähernd identischen Beziehungsvorstellungen fehlten. Nach einer längeren Zeit trafen wir uns und wir merkten, dass wir beide keinerlei Interesse daran hatten, schmutzige Wäsche zu waschen. Wobei garantiert auf beiden Seiten unausgesprochene Sachen vorlagen und vielleicht noch vorliegen, wir aber merkten, dass die freundschaftliche Verbundenheit im Vordergrund stand und uns diese einfach zu wertvoll war, um sie zu gefährden.

Man hatte einmal starke Gefühle füreinander gehabt, war bzw. ist sich symphatisch und unterhielt sich auch gerne. Die Gefühle sind weg, jedoch nicht die Symphatie und diese hatten wir uns erhalten können und ich hoffe, werden wir uns auch erhalten. Mittlerweile hat auch jeder von uns Beiden einen neuen Partner gefunden, mit dem er/sie auch sehr glücklich ist.

Aber warum schaffen das so viele nicht? Warum wird sehr oft ein Rosenkrieg geführt?

Trennt man sich zu spät? Versucht mit aller Macht am Vergangenen festzuhalten und darüber verliert sich auch das Mögen und die Symphatie? Warum ist es bei vielen Paaren nicht möglich, die Gefühle zu trennen? Oder ist es einfach eine Sache der inneren Einstellung zu einer Trennung? Vielleicht mag aber auch einfach nur die Vorstellung, der Ex-Partner könnte jemand Neues kennenlernen – oder hat es vielleicht schon längst getan – jemanden halb wahnsinnig werden und zu Mitteln greifen lassen, die er im „normalen“ Zustand nicht tun würde.

Ich kenne jemanden, dessen Ex-Freundin ihn regelrecht mit SMSen und Briefen bombadierte, als sie erfuhr, das er jemand Neues kennengelernt hat. Sie verfolgte ihn, fing ihn ab und beendete diese zwei- bis dreimonatige Rachetour damit, dass sie ihn seinen Briefkasten spuckte. Der ehemalige Partner war entsetzt über ihr Verhalten und erkannte sie in keinster Weise wieder. Sie handelte vielleicht nach dem Motto „im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“?!

Eure Meinungen und vielleicht auch Erfahrungen würden mich einfach mal interessieren. Wie habt Ihr Trennungen von Partner/Partnerin erlebt? Rosenkrieg oder gute Freunde?

Ansonsten möchte ich einfach nur sagen:

Martin, ich wünsche Dir vom ganzen Herzen einfach nur Glück, Glück und nochmals Glück. Und als Egoistin, die ich manchmal bin (;-) ), wünsche ich mir das natürlich auch.

 

 

Über Yve

Hallo, ich bin Yve. Ich habe zwar nicht wirklich Sinn für das Bloggen bzw. kann nicht verstehen, warum Martin sich das antut :-) Trotzdem trage ich ab und zu mal was dazu bei, z.B. die Erfahrungen mit den Schwimmringen, die Fotos mit der grünen Flasche oder die Story mit “Frau Schneekönig”. Ansonsten bin ich für jegliche Art von Kommentaren zuständig ... aber nicht fürs Putzen ;-)
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16 Kommentare

  1. Hey Yve, danke für die netten Worte am Schluss :) Und Dir und K. wünsche ich dasselbe, wie Du mir und I. gewünscht hast.

  2. 1) Krieg muß nicht sein, ich würde aber dann konsequent Schluß machen – garnix mehr.

    Aus ist aus und Schluß ist Schluß.

    2) Tja, zum Frieden gehören immer 2 – zum Krieg langt einer…

  3. @JürgenHugo: zu 1: Man muss bereit sein, über seinen Schatten zu springen und es wäre schade, nicht über den Tellerrand zu blicken. Es ist richtig klasse, wenn es klappt. Außerdem gehören auch noch 2 liebe Kinder dazu, die einen Teil ihrer Kindheit mit mir und uns zusammen gegangen sind.

    zu 2: Das musst Du erläutern…

  4. Noch zu 1) manchmal könnte ich NICHT springen – obwohl mir das am nächsten Tag vielleicht leid täte…

    noch zu 2) Na, das ist doch ganz einfach. Nimm mal an wir beide hätten Streit – du willst den friedlich beilegen, ich aber eben nicht. Deine ganze Friedensliebe wird dir nix nützen, wenn ich mit einer dicken Keule anrücke….

  5. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man aus einer Liebe eine Freundschaft machen kann. Mit einem meiner liebsten Freunde war ich fast 10 Jahre lang zusammen. Die Trennung ist jetzt auch schon wieder 10 Jahre her, aber wir sind immer noch befreundet. Anfangs war das schwierig – zu viele Verletzungen auf beiden Seiten und es dauerte eine Weile bis wir wirklich (wieder) Freunde werden konnten. Aber diese 10 gemeinsamen Jahre, haben uns einander so nahe gebracht, dass es uns beiden wichtig war, dass der andere nicht ganz aus dem eigenen Leben verschwindet. Das war auch schon während der Beziehung so, dass wir auch in schwierigen Zeiten (was die Liebe anging) aber immer auf die Freundschaft, die uns verbindet, bauen konnten.

    Euch beiden alles Gute!

  6. Nunja warum? Das liegt doch auf der Hand.

    Probleme entstehen eigentlich IMMER DANN wenn einer der beiden Beziehungspartner noch Gefühle für den anderen hegt und das ganze eben nicht beenden will. Dann kann da zwangsläufig keine stabile normale Freundschaft draus entstehen ;-)

    Gruß

  7. Ja!

    Brillant geschrieben Yve,
    auch oft gelesen, ausführlich darüber gesprochen
    und vor allem sehr sehr viel darüber nachgedacht:

    In langer Beobachtung „aus der Nähe“ schenke ich
    Dir Autorin non modo sed etiam volles Vertrauen!

    Nach meiner Meinung ist das vorbehaltlose Vertrauen die
    conditio sine qua non echter Freundschaft.

    Die Liebe kann dazu kommen ggf. auch wieder gehen.

    Aber die Freundschaft bleibt.

    Von Herzen
    Peter

  8. Jetzt endlich finde ich die Zeit auf die Leserbriefe zu antworten.

    @JürgenHugo:
    Natürlich müssen beide Parteien die Freundschaftsschiene wollen – einer alleine nützt da nichts.
    Und warum nach Beendigung einer Beziehung gänzlich den Kontakt verlieren? Den Sprung in die Freundschaft schafft man natürlich nicht direkt nach Beendigung. Man sollte schon etwas Zeit vergehen lassen. Aber warum ein an sich gutes Verhältnis aufgeben, nur weil die Liebe nicht klappt !?!
    Eine Freundin von mir versteht sich seit der Trennung mit ihrem Ex-Mann erheblich besser und die Beiden haben sich jetzt auch wieder was zu sagen. Und das Schöne an der Sache – ihr Freund und ihr Ex verstehen sich super gut:-)

    @ Katja:
    So sollte es auch sein :-)

    @ DarkVamp:
    Ich denke schon, dass man trotz Gefühle die man noch füreinander hegt, den Sprung in die Freundschaft schaffen kann. Man muss nur einfach die Gefühle voneinander trennen und dann klappt das auch :-)

    @Peter:
    Nicht nur Vertrauen ist wichtig, sondern auch Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit. Wenn einer dieser Faktoren gravierend verletzt wurde, dann klappt auch eine Freundschaft nicht mehr…

  9. @Yvonne: Das stimmt!
    Vertrauen beinhaltet auch Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, schließt Mißverständnisse nur leider nicht aus.
    Mißverständnisse sind aber bis zu ihrer Klärung theoretisch unbegrenzt haltbar ;-)
    Verletzungen sind Gott sei Dank nie von Dauer, weil sie heilen. Ernste im Emotionalen zu empfinden ist zum Glück innerhalb einer echten Freundschaft eigentlich nicht möglich, weil hier auch mit Fehlern verantwortungsvoll bzw. freundschaftlich umgegangen wird.

    • Ich bin zwar nicht Yvonne, aber ich antworte einfach mal.

      Sicher, Missverständnisse sind unter Freunden schnell geklärt. Wenn man allerdings das Gefühl hat, dass es sich nicht um ein einfaches Missverständnis handelt, dann helfen Vertrauen, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit einfach nicht mehr weiter, dann bleibt einfach ein komischer Beigeschmack, insbesondere in einer Freundschaft. Ich denke, das Einfachste wäre es dann, wenn die Menschen, die für die Irritation gesorgt haben, dazu offen Stellung beziehen. Dabei bricht man sich übrigens keinen Zacken aus der Krone, wenn man zugibt, dass man möglicherweise Bullshit gebaut hat!

      „Verletzungen sind Gott sei Dank nie von Dauer, weil sie heilen.“ So einfach geht’s leider nicht…

  10. Also ich könnte das auch nicht. Wenn ich mal Schluss gemacht habe, dann ist Schluss. Ich will den Typen dann auch nicht mehr sehen und auch nicht wissen was er macht.

  11. Hey Ihr zwei!
    Na, da geht es mir ja fast wie Euch… wir haben uns auch getrennt und es läuft auf freundschaftlicher Ebene weiter (bis jetzt).
    Ich glaube, es kommt darauf an, ob bei der Trennung einer der Beteiligten noch starke Gefühle hat. Das war bei mir bisher bei Trennungen immer so und dann konnte ich den anderen nicht mehr sehen, es tat alles zu sehr weh.
    Jetzt ist es anders. Anscheinend können beide locker damit umgehen. Fragt sich immer, wie es wird, wenn einer wieder jemand neues hat… aber man wird sehen.
    Bloggt Ihr jetzt hier noch zusammen weiter? Finde ich ja klasse.
    Mein Chitime Blog erwacht auch gerade wieder etwas zum Leben… ;)

  12. @ Karin, das mag vielleicht eine Einstellungssache sein. Ich habe mich bislang noch nie im Streit getrennt und wenn man sich mal über den Weg läuft, dann freut man sich auch darüber sich wieder zu sehen.

    @ Chikatze. Das tut mir leid mit Euch. Ihr ward doch schon lange zusammen, oder? Das mit den evtl. noch vorhandenen Gefühlen hatte auch DarkVamp angesprochen. Ich sehe es etwas anders. Ich glaube, man muss für sich entscheiden, was einem wichtiger ist. Den Anderen komplett verlieren oder ihn zumindest noch als Freund halten können.
    Martin und ich haben ja beide neue Partner und die Freundschaft funktioniert nachwievor super und man freut sich für den Anderen, dass er glücklich ist und sich wohl fühlt. Von daher werdet Ihr das dann auch bestimmt schaffen, wenn einer von Euch einen neuen Partner hat.
    Ich gehe doch mal davon aus, dass wir auch in der Zukunft weiter zusammen bloggen werden :-). Zwei Artikel warten nur darauf freigegeben zu werden, da aber der Chefredakteur derzeit im Urlaub ist, muss das bis nächste Woche warten. Und um ehrlich zu sein, es würde mir schon fehlen …
    Dann viel Erfolg beim erwachen Deines Blogs !! :-)

  13. @ Peter. Was Martin schreibt kann ich so unterschreiben.
    Missverständnisse sind das eine, die sich oft durch ein Gespräch aus der Welt schaffen lassen. Aber was in einer Freundschaft gar nicht geht, dass ist, wenn bei einer der Parteien das Gefühl aufkommt, dass man bewußt gelinkt wurde. Und wenn ich dieses Gefühl einmal habe, dann ist die Freundschaft für mich passe, egal wie sehr ich die Person auch mag. Das Vertrauen ist einfach weg und dieses wieder aufzubauen, ist fast unmöglich.
    Da hilft auch keine Aussprache mehr.

    Witzig, dass gerade dieses Thema aufkommt. Genau sowas ist mir mit einem sehr guten Freund passiert, der mir sehr sehr wichtig war und auch noch ist. Wobei ich mittlerweile nicht mehr glaube, dass die ganze Aktion von ihm ausging – so wurde es mir von einer ihm sehr nahe stehenden Person verkauft. Ich weigere mich ihm diese Hinterhältigkeit zuzutrauen. Aber die Weiterführung dieser Freundschaft ist für mich einfach nicht mehr möglich. Mag sein, dass das engstirnig ist, aber ich könnte diese Freundschaft nicht mehr unbeschwert leben. Er trägt zwar – augenscheinlich – keine Schuld an der ganzen Chose, da sie von einer dritten Person initiiert wurde, aber das Unbeschwerte ist weg. Vielleicht ist irgendwann unter gewissen Umständen ein annähern wieder möglich…

    • Yvonne, ich kann das so unterschreiben. Das Unbeschwerte ist weg, wenn man einmal ein ungutes Gefühl hat. Und man weiß irgendwann, wem man vertrauen kann und bei wem man im Nebel stochert. Ich kenne diese Situation.

  14. Happy Birthday lieber Martin!

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