Joghurt selbst machen für Dummies Die ultimativ-einfache Anleitung zum Joghurt-Selbermachen

Joghurt ist was Tolles, der ist gesund und den isst fast jeder gerne. Im Supermarkt oder im Discounter gibt es natürlich eine unüberschaubare Anzahl verschiedener Joghurts. Die meisten schmecken auch lecker, aber es ist natürlich viel cooler, preiswerter und individueller, sich seinen Joghurt selbst herzustellen. Abgesehen davon, dass kein Verpackungsmüll durch Joghurtbecher entsteht.

Die Kurzfassung

H-Milch, einen Naturjoghurt und 2 Esslöffel Magermilchpulver gut vermischen, in den Joghurtbereiter, 11 Stunden warten, fertig. Was es noch so zu beachten gibt, Tipps und Tricks folgen jetzt.

Der Joghurtbereiter

Das ist ein kleiner „Inkubator“, also ein recht primitives Ding, was nur eines kann: eine fest eingestellte Temperatur von ca. 40 °C konstant halten. Denn bei dieser Temperatur fangen die Bakterien im Joghurt an, sich zu vermehren und Milch in Joghurt umzuwandeln. Joghurtbereiter kann man für viel Geld kaufen, man kann es auch lassen. Denn das Ding ist so primitiv, dass sich mir nicht erschließt, warum man dafür viel Geld ausgeben sollte.

Wir haben uns für einen Joghurtbereiter von Lidl entschieden, weil er gut bewertet und günstig ist. Kann man im Lidl-Onlineshop für 16,99 € bestellen, hat 7 Gläschen mit passenden Schraubdeckeln. Ohne Zeitschaltuhr, ohne Schnickschnack.

Die Zutaten

  • 1 l H-Milch mit 3,5 % Fettgehalt (keine Frischmilch), nicht gekühlt
  • 2 EL Magermilchpulver
  • 1 Activia-Naturjoghurt mit 3,5 % Fettgehalt (oder einen anderen Naturjoghurt)

Die Zubereitung

  1. Joghurtbereiter anschalten.
  2. Das Tetrapak, in dem die H-Milch drin ist, oben komplett aufschneiden, sodass man einen offenen Behälter hat. Den Inhalt des Naturjoghurts und 2 EL Magermilchpulver mit dem Schneebesen einrühren und gut verrühren.
  3. Die Milch-Joghurt-Magermilch-Mischung in die 7 Gläschen füllen (passt genau), die Deckel locker aufschrauben und in den Joghurtbereiter stellen. Deckel drauf, Timer (Handy-Timer o.ä.) auf 11 Stunden stellen und das Ganze nicht mehr bewegen.
  4. Nach 11 Stunden ist der Joghurt fertig. Direkt in den Kühlschrank stellen.

Abwandlungen

Man kann ein wenig Marmelade o.ä. in die Gläschen füllen, bevor die Milch eingefüllt wird. Ich verwende auch gerne Rübenkraut oder Weiße-Schokolade-Paste, um einen leckeren Joghurt zu bekommen. Was sicher auch geht (ungetestet, werde ich aber nachholen): In die Milchzubereitung direkt Zucker, Marmelade, Vanillezucker oder was-auch-immer einrühren.

Im Prinzip sind da Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt, probiert einfach mal. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass der Joghurt nachher nicht schmeckt oder aus irgendwelchen Gründen nicht fest geworden ist.

Tipps

  • Statt einem Naturjoghurt kann man auch Joghurt-Starterkulturen in die Milch einrühren. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.
  • Die Milch und der Joghurt, den man zum Ansatz dazugibt, müssen unbedingt den gleichen Fettgehalt haben, sonst setzt sich Wasser auf dem Joghurt ab.
  • Wer Frischmilch verwenden möchte, muss diese vorher kurz aufkochen, damit unerwünschte Bakterien abgetötet werden. Wer dazu keine Lust hat, nimmt H-Milch.
  • Optimal ist es, wenn alle Zutaten Zimmertemperatur haben.
  • Während des Reifens des Joghurts den Joghurtbereiter nicht berühren. Die Bakterien mögen keine Erschütterungen und stellen dann den Dienst ein. Und natürlich auch nicht den Deckel abnehmen, weil sonst die Temperatur sinkt.
  • Wenn man kein Magermilchpulver einrührt, wird der Joghurt nicht stichfest. Man kann mit der Menge an Magermilchpulver auch die Festigkeit des Joghurts steuern: je mehr, desto fest.
  • Man kann jeden Naturjoghurt zur Herstellung benutzen. Nimmt man einen probiotischen, z.B. Activia, erhält man später natürlich auch wiederum einen probiotischen Joghurt.
  • Um die Reifung des Joghurts zu beenden, stellt man ihn direkt danach in den Kühlschrank. Wenn man das nicht tut, dann reift er nach und wird evtl. sauer.
  • Je länger der Joghurt im Joghurtbereiter reift, desto säuerlicher wird er. 10-12 Stunden haben sich bewährt.

Mythen rund um die Joghurtherstellung

Ich habe mich vorher eingehend mit dem Thema befasst, damit der Joghurt auch was wird. Teilweise gibt es „super-einfache“ Anleitungen, die allesamt eins sind: furchtbar kompliziert. Da muss man mit einem Thermometer hantieren, da wird Frischmilch genommen, die man vorher abkochen muss (wozu – gibt doch schließlich H-Milch), manch einer benutzt auch keinen Joghurtbereiter, sondern temperiert die Milch selbst und gibt sie dann in ein Isoliergefäß (umständlich, dafür gibt es ja Joghurtbereiter), das dann teilweise mit Wolldecken (!!!) warm gehalten wird.

Auch gehen viele nur darauf ein, wie man Joghurt mit Starterkulturen herstellt. Aber wozu? Diese Starterkulturen bekommt man im Reformhaus oder sonstwo – aber einen Naturjoghurt, den bekommt man eigentlich überall. Und man soll auch keinen der selbstgemachten Joghurts als „Starter“ für die nächste Produktionscharge nehmen, weil dann der resultierende Joghurt angeblich immer dünner wird. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen, weil ja in jedem Joghurt, den ich hergestellt habe, auch wieder genug Bakterien sind, sodass der daraus hergestellte Joghurt was wird. Aber auch das werde ich mal ausprobieren.

So, und jetzt viel Vergnügen. Schreibt doch mal Eure Tipps, Fragen und Anmerkungen in die Kommentare.

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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