„Hey weiblicher Mensch, kannst Du mir bitte was zu trinken geben?“

Die Tage ist per Twitter Folgendes von iwona_w ‚reingekommen:

Also, diese ganzen Kampf-Emanzen übertreiben es langsam ganz schön: http://bit.ly/a2t2Fk /via @fatmike182


Die Mutter als tumbes Sexobjekt, gefangen in einer minderwertigen Rolle

Der dort verlinkte Text sagt in Kurzfassung aus, dass der Begriff „Mutter“ sexistisch geprägt sei (!!), weil er eine weibliche Person quasi „degradiert“ – nämlich zur Ernährerin und Erziehungsperson. Es sei – so der Europarat – mit der Gender-Theorie nicht vereinbar, dass eine Frau in die stereotype, diskriminierende (!!!) Rolle als Mutter gesteckt wird. Mutter sei ein sexistisches Stereotyp, das die Frau in den Medien in eine überlieferte Rolle dränge. Für diese Zielsetzungen tritt besonders die „European Women’s Lobby“ (EWL), eine Nicht-Regierungsorganisation, bereits seit langer Zeit ein.

Sehr anschaulich beschreibt auch das Zitat aus dem entsprechenden Arbeitspapier des Europarats, worum es geht:

When they are not under-represented or invisible, women are often represented in the media in roles
traditionally assigned by society, portrayed as passive and lesser beings, mothers or sexual objects. These
sexist stereotypes in the media perpetuate a simplistic, immutable and caricatured image of women and
men, legitimising everyday sexism and discriminatory practices and establishing a barrier to gender equality.

For non-english-speakers:

Wenn sie nicht gerade unterrepräsentiert oder gar unsichtbar sind, werden Frauen in den Medien oft als passive oder niedere Menschen dargestellt oder als Mütter und Objekte der sexuellen Begierde. Diese sexistischen Stereotypen in den Medien zeigen ein vereinfachtes, unveränderliches Image von Frauen und Männern, die damit zu ihrer eigenen Karikatur werden. Dies legitimiert den täglichen Sexismus und die Diskriminierungen und verhindert eine sexuelle Gleichheit.

Unter dem besagten Artikel diskutieren auch ein paar Frauen mit und fühlen sich in ihrer Rolle als Mutter durchaus wohl und können nur den Kopf schütteln, warum sie bevormundet werden sollen und ihnen sogar der Begriff „Mutter“ abspenstig gemacht werden soll, der ja so gar nichts Schlechtes oder Negatives beinhaltet.

Eine gewisse Frau Stump, die offensichtlich von ihrem Leben als Frau gefrustet ist, dem schweizerischen Nationalrat angehört und aus irgendwelchen Gründen im Europarat sitzt, ist maßgeblich verantwortlich für diesen groben Unfug. Und will allen Ernstes durchdrücken, dass Mütter nicht mehr Mütter genannt werden sollen. Wie denn bitteschön sonst, wenn sie ein oder mehrere Kinder haben?


Ab jetzt wird’s böse

Soll das Kind sie mit Vornamen oder „Bezugsperson“ anreden, oder wie geht das in Zukunft vonstatten? Was kommt als nächstes von diversen verpeilten, realitätsfremden Kampf-Emanzen? Dürfen irgendwann die Begriffe Mann und Frau nicht mehr verwendet werden? Oder Er und Sie? Werden wir zu einem großen Es und bezeichnen uns fortan nur noch als diversifizierte Menschen? Ja, das wäre fein, wenn es nach Frau Schwarzer und den „Radikal-Feministinnen“ ginge. Dann würden die Männer die Schwänze abgeschnitten bekommen und die Feministinnen würden sich dann noch beschweren, dass sie ihre Männer nicht mehr nach Belieben benutzen können, weil nichts mehr in der Hose ist. Frau Solanas propagierte übrigens die Tötung aller Männer (man sollte den Zusammenhang zu ihrem Leben sehen, aber was sie sagte, war einfach krank).

Mal ganz im Ernst, ich bin für Gleichberechtigung. Aber sind wir nicht schon längst gleichberechtigt? Ich persönlich kenne keine Frauen, die diskriminiert werden, weil sie Frau sind. Im Stern war vor einigen Monaten ein Artikel, dass Frauen sogar schon den Männern überlegen sind und die besseren Chancen im Leben haben, also WTF?

Was ich bei vielen Kampf-Emanzen bemerkt habe, ist dass sie oft überdurchschnittlich unattraktiv sind oder sich gerne mit Hölzfällerhemden bekleiden (und auch sonst weiblich anmutende Kleidungsstücke meiden), Kurzhaarfrisuren bevorzugen (außer Frau Schwarzer, die ist nur wirr auf dem Kopf und im Kopf), radikal links orientiert sind und sich anscheinend in ihrer Rolle als Frau nicht wohlfühlen. Ach ja, Mütter sind sie auch eher selten. Und so manche von diesen Damen hat irgendwie noch nicht mitbekommen, dass seit Frau Solanas eine ganze Menge hinsichtlich Gleichstellung passiert ist, sondern wollen immer noch die verhassten Männer mit dem Messerchen entmannen.


Was ist das Problem an einer „Rolle“?

Jeder von uns spielt Rollen. Im täglichen Leben sind wir Karrierefrauen, Mütter, Väter, Freunde und Freundinnen, Weicheier und Helden. Superman und Supergirl, Marge Simpson, Hello Kitty oder Bruce Willis. Toughe KFZ-Mechanikerinnen und softe Sozialpädagogen. Und letztere sind nach Feierabend vielleicht kuschelbedürftige Frauen oder peitschenschwingende Männer. Wo ist das Problem?

Wenn’s um die Bezahlung im Job geht: wenn Frauen bei gleicher Qualifikation weniger verdienen als Männer, soll den Personalverantwortlichen das beste Stück verwelken. Denn das ist nicht richtig und gehört rechtlich verboten. Aber sonst? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass der Großteil der Männer und Frauen unter den Rollen leiden, die sie innehaben. Und jeder ist – zumindest jobmäßig – seines Glückes Schmied, da rede sich bitte niemand ‚raus.

Laut neon, Ausgabe Juli 2010, hatten 1980 4,5%, aller Frauen eine Führungsposition im privaten Bankgewerbe. 2008 waren es bereits 24,3%. Wer hätte das gedacht?

Yve, meine Freundin, hat auch eine sehr vernünftige  und qualifizierte Stelle, obwohl sie 2 Kinder erzieht und nebenbei Mutter, Tochter und Lebensgefährtin ist. Sie beschwert sich nicht, dass sie sich „schminken muss“, „gut aussehen soll“ und erzählt auch nicht von den Qualen, Ohrringe zu tragen und hübsche Oberteile anzuziehen.

Was ist also schlimm daran, diese oder jene bestimmte Rolle zu haben? Ich bin Seelentröster und Freund für die beiden Kiddies, engagierter Mitarbeiter in meinem Betrieb, Hosen- und Hemden-Träger, Mann, Geliebter, melancholischer Misanthrop, romantischer Held und noch so viel mehr. Ich leide nicht darunter. Ich fühle mich nicht benachteiligt, wieso auch. Yve findet ihr Leben und ihre Rollen auch okay, soweit ich das beurteilen kann. Und sie ist meistens gerne Mutter, denn sie hat sich diese Rolle ausgesucht, indem sie 2 Kinder geboren und die Verantwortung für sie übernommen hat.

Und da kommt eine Dame daher, die ihr das absprechen will? Die sagt, dass das „sexistisch“ sei und sie auf eine minderwerige Rolle reduziert wird? Ich glaube nicht, dass Yve – wie viele andere Frauen – sich durch den Begriff „Mutter“ diskriminiert fühlt. Im Gegenteil!


Und was ist mit den Männern?

Von denen ist allenfalls halbherzig die Rede, z.B. im obigen Zitat aus dem „Arbeitspapier“. Wir scheinen auch für Feministinnen nicht wirklich interessant zu sein, sind wir doch die Wurzel allen Übels. Valerie Solanas hatte einst das berüchtigte SCUM-Manifest verfasst, in dem die Tötung aller Männer gefordert wird (!!!). Wie viel Hass, wie viel Verachtung projizieren radikale „Frauenrechtlerinnen“ in unser Geschlecht?

Der Fall der Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem Mann den Penis abgetrennt hat, weil dieser sie wohl betrogen, zur Abtreibung gezwungen und vergewaltigt hat, ist sicher harter Tobak, ohne Frage. Aber dass z.B. Alice Schwarzer, die früher gerne mal bei „Was bin ich?“, der Kult-Spielshow mit Robert Lembke, im Rateteam auftauchte, diese Tat explizit guthieß mit den Worten: „Sie hat ihren Mann entwaffnet. […] Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt.“ Aha, Freude. Messerattacken gegen Menschen sind also ein freudiges Ereignis?!

Nicht falsch verstehen, selbst wenn der genannte Mann all‘ das seiner Frau angetan hat, dann kann man vielleicht das Pimmel-Abschneiden als Affekthandlung sehen. Aber sich über Gewalt zu freuen, hat Dimensionen eines Heiligen Krieges.


Radikale Feministen haben den letzten Zug verpasst

Nun ja, „radikale Feministen“ könnte man diese geschlechtslosen Wesen nennen, die irgendwie die letzte Konsequenz nicht gezogen haben – nämlich das von ihnen propagierte „Binnen-I“ (KollegInnen, BaggerfahrerInnen, etc.) zu streichen*/**. Denn wenn sie einen Schritt weiter denken würden, dann fiele ihnen auf, dass in einer geschlechtslosen Gesellschaft sprachliche Konventionen nicht mehr nötig wären. Denn dann gäbe es nur ein einheitliches, homogenes Geschlecht. Oder – je nach radikaler Ausprägung – nur noch Frauen.

Ich und viele andere sind sicher froh, dass dem nicht so ist. Denn es gibt sie: Männer und Frauen! Hurra! Gefangen in ihren Rollen, die sie toll finden, wo Väter noch Väter und Mütter noch Mütter sein können, wo Erotik nichts Verdammungswürdiges ist und jede/r Einzelne sich in der entsprechenden Rolle verdammt wohl fühlen kann.

Liebe Kampf-Emanzen, auch wenn das jetzt hart für Euch ist: akzeptiert es, eine Frau zu sein und freut Euch des Lebens oder lasst Euch umoperieren und haltet die Klappe. Und bitte, bitte behaltet Eure Theorien, die noch nicht mal Eure eigenen Geschlechtsgenossinen hören wollen, für Euch. Besten Dank.



*) …und wer in der Schule nicht aufgepasst hat, weiß auch nicht, dass es ein grammatisches und ein biologisches Geschlecht gibt und dass das 2 verschiedene Paar Schuhe sind. So viel zum Thema „Binnen-I“ – setzen, 6!

**) Schönes Beispiel, wie abwegig politisch-korrekte Gender-Bezeichnungen sein können: Studenten und Studentinnen sollen als „Studierende“ bezeichnet werden. Was aber, wenn ein „Studierender“ stirbt? Dann wäre das ein „toter Studierender“, was ja faktisch nicht sein kann, denn man kann nicht tot sein und gleichzeitig studieren…Bullshit…


Vielleicht ein bisschen hart formuliert, aber wenn ich so was lese, kommt mir der Kaffee hoch. Und wie seht Ihr die Sache, meine Damen und Herren?

Eure Meinung interessiert mich – schreibt mir!

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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8 Kommentare

  1. Zu Solanas und SCUM muss man sagen, dass der Text eher „gesellschaftskritische“ Züge hat, auch wenn die Dame später „leicht“ durchgedreht ist. Solanas war Künstlerin und hat halt sowas verzapft. Andere schreiben klar erkennbare Satiren oder Pornos. Das würde ich nicht zu ernst sehen (auch wenn man Männer ganz schön schocken kann, wenn man dieses Manifest postuliert :-D ich hatte mir das Thema auf einem Rhetorikseminar ausgesucht und es vertreten ;-) )

    Meine Meinung über das Binnen-I kennst du und viele andere Dinge aus den Hirnen von Feministinnen. Und doch muss ich sagen, dass ich ne verdammte Menge an überaus attraktiven und intelligenten Hardcoreemanzen kenne.

    Ich habe gelernt, dass ich privilegiert zwischen vielen starken Frauen aufgewachsen bin und daher mit dem ganzen Kram nicht soviel anfangen kann. Anderen ging es da anders. Und es gibt immer noch Unterschiede, gerade in Führungspositionen. Viel mehr Frauen haben höhere Abschlüsse, aber das spiegelt sich nicht in der Position wieder. Da mag es viele Gründe für geben. Solange man mit Feministinnen diskutieren kann, sie zu Kompromissen bereit sind- wie überall im Leben- solange kann dies zu einer konstruktiven Lösung führen. „Kampfemanzen“ sind da eine andere Kategorie und oftmals lohnt es sich nicht, sich dort die Nerven kaputtzumachen aufgrund der Unbelehrbarkeit und so.

    Wie du dich vielleicht noch erinnerst, hat mich ein Bekannter mal „die Emanze, die hinterm Herd landet“ genannt. Ich hab schon immer gesagt, dass ich damit kein Problem habe. Ich mache gerne viel „Frauenkram“ wie kochen, backen, basteln, hasse aber „Frauenkram“ wie putzen, aufräumen, stricken, liebe „Männerkram“ wie bohren, schrauben, verputzen, halt alles was mit Werkzeug und Heimwerken zu tun hat, hasse aber „Männerkram“ wie am Auto schrauben (habe und will ich keine Ahnung haben!), Fussballgucken,… Deshalb bin ich nicht mehr und nicht weniger Frau. Und auch wenn mich die Erkenntnis, dass ich anscheinend gerade dabei bin hinterm Herd zu landen, doch bisweilen irritiert- ich mag mein Leben so :-) .

    JedeR ist anders (;-) hab ich doch schön gelernt, oder?) und für Jeden (diesmal weigere ich mich es ordentlich zu gendern!!!) gibt es Jemanden, der dazu passt. Das mag manchmal komisch aussehen, weil die Frau „die Hosen anhat“. Das mag manche irritieren, weil der Mann die Frau herumkommandiert. Solange beide damit zufrieden und einverstanden sind und sich nicht wehtun, weder emotional noch körperlich, solange hat Niemand das Recht sich einzumischen! Manchmal will ich Frau sein, in anderen Momenten vielleicht eher der rauhe unnahbare Kerl, dann wieder das verspielte Kind, dann die weise Alte… lasst mich doch :-) . Ich mach mich doch zum Affen.

    Aber ich glaube, dass ich da eh schon immer ne Ausnahme war und in keinerlei Muster gepasst habe ;-) und das ist gut so!

  2. @Silke: Klar, ich kenne Deine Einstellungen, die – auch wenn sie in Deinem Kommentar etwas „elitär-schnepfig“ :-D ‚rüberkommen, für mich OK sind. Ist ja nichts Radikales. Aber mir geht der Hut hoch, wenn jemand solche Meinungen allen Ernstes vertritt, so wie diese Frau Stump. Irgendwie handelt sie da an den Frauen vorbei, wenn sie etwas durchsetzen will, was noch nicht mal die Frauen wollen. Wenn’s danach ginge, dann müsste man noch einige andere Begriffe verbannen, z.B. Oma, Ehefrau etc. Und Filme wie „Sex and the City“ gingen ja mal gar nicht, wie so einige andere auch…

    @DarkVamp: Das Bild habe ich frecherweise mal hot-verlinkt, weil ich es sehr passend fand ;-)

  3. Der Europarat ist nicht dasselbe wie das Europaparlament (Politik: 6, setzen?) und wie kommst Du darauf, dass Frau Stump die Bezeichnung „Mutter“ verbieten möchte. Das Papier des Europarates wendet sich gegen eine Stereotypisierung von Frauen als Mütter in den Medien. Werden Frauen in den Medien ausschließlich auf die Mutterrolle festgelegt, kann das durchaus sexistisch sein. Frauen können nämlich viel mehr, als Mutter zu sein, wie Du ja selbst in Bezug auf Deine Partnerin beschreibst, und viele Frauen sind eben (noch) keine Mutter oder wollen oder können keine Mutter sein. Das heißt nicht, dass die Mutterrolle an sich sexistisch ist, es ist nur problematisch, wenn Frauen medial vorrangig in der Mutterrolle inszeniert werden. Es ist ja beispielsweise kein Zufall, dass unsere Bundeskanzlerin den Spitznamen „Mutti“ hat (hatten Kohl oder Schröder den Spitznamen „Vati“?).
    Witzig finde ich die Feindbilder, die Du in deinem Artikel aufbaust: linke Frauen, kinderlose Frauen, Frauen, die Deinen ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das können natürlich nur „Kampf-Emanzen“ sein, die Valerie Solanas (übrigens eine schwer persönlichkeitsgestörte Frau) wie eine Göttin verehren und allen Männern den Piephahn abschneiden wollen …
    Ein Toter, der bis zu seinem Ableben an einer Universität immatrikuliert war, wird übrigens ganz simpel als „toter Student“ bezeichnet, das weibliche Pendant als „tote Studentin“. Ist eigentlich gar nicht so schwer. Sich einerseits zu beschweren, dass Mütter angeblich nicht als solche bezeichnet werden dürften, aber weibliche nomina agentis (also die Bezeichnung von Frauen als Frauen) für abwegig zu halten, ist wenigstens bemerkenswert.

  4. Liebe Astrid, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Aus der Sicht einer Mutter muss ich allerdings Folgendes anmerken:

    Ich bin Mutter, ich bin es gerne und werde vor allem gerne und ausschließlich Mama(i) genannt. Und es soll sich keiner wagen, mir dieses Privileg streitig zu machen.
    Etwas Sexistisches verbinde ich mit diesem Wort übrigens nicht, genauso wenig wie mit anderen weiblichen Begrifflichkeiten.

    In meiner Rolle als berufstätige Frau, Mutter, Partnerin und auch Geliebte fühle ich mich durchaus wohl und bis auf ganz wenige Ausnahmen würde ich auch niemals mit einem Mann tauschen wollen. Jedoch bin ich nicht gerne Hausfrau – übrigens ein Begriff, den ich persönlich überhaupt nicht mag, denn er klingt altmodisch, altbacken und hat (für mich!) was von einem kittelschürze-und-dutt-tragenden-verklemmten-mauerblümchen-heimchen-am-herd. Den Begriff ‚Hausmann‘ mag ich übrigens auch nicht. Während der relativ kurzen Erziehungsurlaube habe ich es tunlichst vermieden, mich nicht nur als Hausfrau sondern auch als Nur-Mutter zu bezeichnen. Vielleicht mag ich mit den falschen Leuten zusammengetroffen sein, aber ‚Hausfrau‘ und ‚Nur-Mutter‘ wirkt oft abschreckend auf die Umwelt und etwas Sexistisches strahlt diese ‚Berufsgruppe‘ wahrlich nicht aus. Bezeichnet man sich jedoch als berufstätige Mutter, so steigt man in der Achtung des Gegenübers und wirkt auf diesen in vielerlei Hinsicht attraktiv (nicht nur in sexuell/sexistischer Hinsicht, sondern auch als Gesprächsparterin und Mensch).

    Als klaren Vorteil sehe ich übrigens, dass wir Frauen, anders als Männer, jederzeit (ungestraft ;-) ) in verschiedene Rollen schlüpfen können; in die der taffen / der schüchternen / der zickigen / der hilflosen / der schutzbedürftigen / der mütterlichen / der verruchten und manchmal auch in die der wütenden Frau.

    Ich muss gerade an einen Satz denken, den mal eine Frau zu mir sagte: ‚Frauen haben eine sehr große Macht über Männer‘. Herz, was begehrst Du mehr? *grins*

    Dass unsere Bundeskanzlerin als Mutti bezeichnet wird, naja, verständlich … sie hat halt irgendwie so eine mütterliche Aura, sprich, an sich nichts wirklich Attraktives. Ich als Frau darf sowas auch ungestraft sagen.
    Wobei Gerhard Schröder ein durchaus attraktiver Mann ist, jedoch als Bundeskanzler eher zwiespältig wahrgenommen wurde, was insbesondere auch in seinen vier Ehen begründet war.
    Helmut Kohl hatte weder etwas Väterliches noch etwas Attraktives an sich – er war bzw. ist es noch immer – eine Birne ;-).

    Dies ist wieder eines dieser Geschlechterkampf-Themen, bei denen die Köpfe hei߸ diskutiert werden und im Endeffekt kommt man doch nicht auf einen Nenner. Und trotzdem, wenn wir mal ehrlich zu uns sind, lieben wir diese Diskussionen. Und wir zwei werden sicher einen modus operandi finden ;-)

  5. Dass Valerie Solanas, sie starb übrigens 1988 in San Francisco, als eine schwer persönlichkeitsgestörte Frau nachwievor so eine große Anhängerschaft hat, ist schlimm genug. Gerade diese Anhängerschaft kann und darf in keinster Weise Ernst genommen werden.

    Sorry, Astrid, aber was psychische Erkrankungen angeht, da bin ich ein mehr als gebranntes Kind und gerade, ohne hier abfällig oder überheblich klingen zu wollen, Menschen, die psychisch schwer erkrankt sind, können mit ihrem Denken, Handeln und oft auch mit ihrer fanatischen Lebenseinstellung durchaus eine große Gefahr darstellen.

    Außerdem, wer sagt, dass es um Martins ästhetische Anforderungen geht. Ich verstehe es vielmehr so, dass gerade diese „Kampfemanzen“ nicht gerade viel Wert auf ihr Äußeres legen, im Gegenteil, im Grunde alles dafür tun, um nicht angepaßt und attraktiv zu wirken – sprich, um aufzufallen und dem üblichen Klischee nicht zu entsprechen.
    Sieht das übliche Klischee vor, dass Frau ihre weiblichen Reize zur Schau stellt um damit einen gewissen Vorteil zu erzielen?

  6. Liebe Astrid, vielen Dank für Deinen Kommentar und herzlich willkommen :-)

    „Der Europarat berät zur Zeit eine Beschlußvorlage, in der unter anderem empfohlen wird, die Verwendung des Begriffs „Mutter“ als einem sexistischem Stereotyp zu bekämpfen“ -> stimmt, sie wollte es nicht verbieten lassen, sondern hat angeregt, den Begriff „zukünftig zu bekämpfen“, da er ein sexistisches Stererotyp darstellt.

    Ob man es nun verbieten oder bekämpfen soll, ist in meinen Augen ziemlich wurscht, denn es meint doch fast das Gleiche, oder nicht?

  7. „Witzig finde ich die Feindbilder, die Du in deinem Artikel aufbaust: linke Frauen, kinderlose Frauen, Frauen, die Deinen ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das können natürlich nur “Kampf-Emanzen” sein,…“

    Zu dem Kommentar von Astrid muss ich zu dieser Passage folgendes anmerken:

    Ich wusste noch gar nicht, dass ich Martins absolutes Feindbild bin ;-) , denn alle diese 3 Aussagen treffen auf mich zu. Und auch wenn er mich schon Einiges genannt hat (elitäre Schnepfe… :-P ), so war ich nie eine Kampfemanze und werde es trotz vieler Ansätze nie sein.

    Ich durfte oft genug mit Feministinnen par excellence interagieren (was weniger schnepfiges fällt mir grad nicht ein :-) ) und muss sagen, dass es nur wenige gibt, die dann wirklich soweit gehen würden Begriffe wie Mutter o.ä. verbieten zu wollen. Die mediale Stereotypisierung und Rollenfestlegung ist denke ich mittlerweile relativ gut im Griff. Zwar gibt es immer noch genug Fronten, an denen man kämpfen kann und auch sollte, aber man (frau) darf NIE die Realität und Wünsche aller Menschen (Frau UND Mann) dabei ausser Acht lassen.

    Ich will weder eine typische Frau sein (werde ich wohl auch nie *gg*), noch ein typischer Mensch. Da ist das Geschlecht egal und bei manchen Sachen ist mein Geschlecht nunmal Hindernis, bei manchem sogar Vorteil. Also vergesst einfach das, was die Gesellschaft meint, dass irgendwer zu sein hat (Frauen mit Riesenbrüsten und Sanduhrfigur, Männer mit Waschbrettbauch und blablabla). Seid wer IHR seid. Darauf kommt es doch an. Und wenn eine Frau gerne Mutti genannt wird. Dann lasst sie in Dreiteufelsnamen!

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