Handwerksdrama

Martin schrieb mal, er wäre der nette Kunde, der sich nie beklagt, sondern Taten folgen läßt. Ich bin da eher anders. Wenn was im Argen ist, beschwere ich mich zuerst freundlich bis hin zu massiv fordernd und wenn es dann richtig Dicke kommt, dann kommt die Explosion. Und das ist heute geschehen.

Ich hatte im letzten Jahr einen Wasserrohrbruch. Dieser war im Wohnzimmer. Versicherung angerufen, die schickte einen Gutachter, halt das übliche Prozedere. Die Renovierung ging relativ zügig und ich brauchte mich im Großen und Ganzen um den organisatorischen Ablauf nicht kümmern. Firma meldete sich bei mir und wir stimmten einen Termin ab.

Was mir damals allerdings ziemlich aufgestoßen ist, war, das die zwei Mitarbeiter der Firma S…, die bundesweit für meine Versicherung  tätig ist, offenkundig Mobbing gegenüber ihren Kollegen betreiben. Für mich als Kundin war das sehr unangenehm dies mitzubekommen und vor allem aber auch mit hinein gezogen zu werden. Ein Mitarbeiter, der hier tapezierte, wurde als Wackelkandidat bezeichnet, als jemand der schlechte Arbeit leistet. Er wurde offen, zwar als spielerische Neckerei, angegriffen und man merkte, dass er zunehmend nervöser wurde. Über diesen Vorfall hatte ich damals den Bauleiter dieser Firma informiert, da mich Querelen innerhalb der Firma nichts angehen und ich es zudem unmöglich finde im Beisein eines Kunden, es sogar versucht wird diesen in die Sache hineinzuziehen, einen Kollegen „fertig“ zu machen. Mir wurde mitgeteilt, das dies firmenintern geklärt werde.

Leider stellte sich 3 Monate nach Fertigstellung (März 2011) heraus, dass der Klempner, den ich damals beauftragt hatte, nicht ordentlich gearbeitet hat und ein Wasserschaden entstanden ist, wodurch sich das Laminat im WZ wellte. D.h. die Wand musste geöffnet, das Rohr erneuert, und ein Teil des Bodens entfernt werden. Trockengerät wurde aufgestellt und nach 2 Wochen wieder demontiert – und danach hörte ich nichts mehr von der Firma.

Ich hatte mich immer wieder in Erinnerung bringen müssen, von dem Bauleiter (der im Übrigen an sich ein sehr symphatischer Mensch ist) wurde ich bis heute nicht zurückgerufen, die Sekretärin reagierte auch schon mehr als unverständlich, dass sich bei mir keiner meldete.  Dann endlich wurde der Tapezierer angekündigt – er kam, sah und ging … Angeblich könne er wegen dem Ofen nicht tapezieren. Was an sich jedoch möglich wäre. Dann hörte ich wiederum nichts von der Firma und wieder fing es von vorne an. Ich brachte mich telefonisch in Erinnerung, Rückrufe wurden zugesichert, jedoch nicht eingehalten und nachdem ich die Sekretärin bat, den Bauleiter erst dann aus dem Büro zu lassen, wenn mich irgendjemand von der Firma anruft, geschah dies auch.

Termin wurde dann für gestern, 08.30,  vereinbart. Um 08.00 Uhr erhielt ich die Mitteilung, dass sich der Schreiner verspäten würde, um 10 Uhr kamen sie dann endlich. In der Zwischenzeit war ich mehr als wütend und hatte bei der Firma nochmals angerufen und um Rückruf gebeten.

Der Schreiner kam ca. 15 min später – ein Rückruf jedoch erfolgte nicht und würde auch nicht mehr erfolgen, so der Schreiner. Ich rief dann wiederum in der Firma an und sagte ihm „ein paar Takte“ zu der Firmenphilosopie. Und Wunder über Wunder, er wurde recht kleinlaut und sicherte zu „darüber mal nachzudenken“.

Zudem stellte sich heraus, dass der Schreiner nicht darüber informiert wurde, dass es sich um ein Wohnzimmer handelt und der Boden teilerneuert werden muss. Von den Maßen ausgehend ging er von einem Flur aus. Da er nicht genau wußte was ihn erwartete, hatte er noch etliche Sachen für alle Eventualitäten besorgt, was sein Zuspätkommen erklärte.

Der für 11-12 Uhr angekündigte Tapezierer kam übrigens so gegen 14-15 Uhr.

An der Arbeit der Firma kann ich so nicht wirklich was aussetzen, jedoch war die sture Ignoranz meiner Anrufe absolut unmöglich und nicht kundenorientiert. Ein Anruf, eine Erklärung für das nicht melden hätte gereicht, sogar mit einer E-Mail wäre ich zufrieden gewesen  und ich hätte mir an die 20 Anrufe sparen können.

Ich rate dieser Firma, dringendst mehr im Interesse ihrer Kunden zu agieren und an ihrer Kommunikationsfähigkeit zu arbeiten. Desweiteren behalte ich mir nach wie vor vor, die Geschäftsleitung sowie meine Versicherung über die Vorgehensweise zu informieren.  Zudem werde ich meine Versicherung fragen, ob der durch den Sturm verursachte Schaden von einer anderen Firma behoben werden kann/darf. Wenn nicht, werde ich vermutlich bis zum Herbst warten dürfen, bis meine Markise wieder an Ort und Stelle hängt.

Danken möchte ich hier Kahaaaarl (:-)), dem Schreiner und dem Maler- und Lackierlehrling Marcel (hoffe, ich habe den Namen noch richtig in Erinnerung). Danke, dass nach unserem ‚“schlechten“ Start – „und Sie bleiben so lange bis alles fertig ist“ und der Antwort „pfüh, ich mach heute pünktlich Feierabend“ – doch noch so ein Einvernehmen entstanden ist und dass der Feierabend für mein „Wohlbehagen“ geopfert wurde.

Vielleicht stolpert Íhr über diese Seite und lest diesen Eintrag – angekündigt hatte ich ihn ja ….  Und Marcel, bitte heute für mich mitfeiern – Rock am Ring – ein wohl nie zu verwirklichender Traum für mich, seufz :-(

Und an den Tapezierer ein augenzwinkerndes: Jepp, auf Nimmerwiedersehen – lach

Eure Ilona (die Namensänderung gab es von Anfang an seitens der Firma gratis dazu) – die jetzt auf die Couch kuscheln geht und sich darüber freut, dass das Loch zu, der Boden wieder vollständig belegt und die Wand tapeziert ist

Über Yve

Hallo, ich bin Yve. Ich habe zwar nicht wirklich Sinn für das Bloggen bzw. kann nicht verstehen, warum Martin sich das antut :-) Trotzdem trage ich ab und zu mal was dazu bei, z.B. die Erfahrungen mit den Schwimmringen, die Fotos mit der grünen Flasche oder die Story mit “Frau Schneekönig”. Ansonsten bin ich für jegliche Art von Kommentaren zuständig ... aber nicht fürs Putzen ;-)
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2 Kommentare

  1. Arme Ilona ;-)

    Arme Handwerker ;-)

    Aber endlich hat das Drama ein Ende – somit auch ein „Danke“ an alle mitwirkenden die diesem Drama ein Ende gesetzt haben!

  2. Was heißt hier arme Handwerker? Immerhin haben sie jede Menge Friedenskaffee bekommen ;-).
    Aber Kahaaarl war wirklich nett und hat den Umgang mit der „schimpfenden“ Kundschaft hervorragend gemeistert:-). Und super Arbeit hat er auch geleistet.

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