FCKNZS Fuck Nazis. Und alle anderen Braunen da draußen auch.

Oh, wie ich sie verachte: die selbsternannten Hüter des Deutschen Volkes, die keine Verschwörungstheorie auslassen (Bevölkerungsaustausch, Klimalüge, Neue Weltordnung), kein Buzzword vermeiden (Staatsmedien, Zwangsabgabe, Gehirnwäsche, Kopftuchmädchen) und keinen noch so billigen Relativierungs- und Derailing-Versuch scheuen („Hitler war ja irgendwie doof, aber die Linken sind noch viel schlimmer, die wollen ja die DDR zurück!“).

Oh, wie ich Euch hasse!

Dabei ist Hass ja auch ein ganz billiger Reflex, den man nicht gutheißen kann. Nein, nun wirklich nicht. Aber – und das wussten schon unsere Großeltern und der Volksmund sowieso – „auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!“.

Sie, die braun-blauen Gesellen, vergiften die Diskussionen in allen Online-Medien, in der Öffentlichkeit, in Fernsehen und Radio, im Bundestag und in den Landtagen. Als ich meinen 40. Geburtstag feierte, hatte eine alte Freundin ihren neuen Partner mitgebracht. Dieser verfickte Arsch hat doch tatsächlich anlässlich eines Gesprächs, das wir untereinander führten, gesagt: „also, so ein kleiner Hitler wäre manchmal gar nicht so schlecht!“. Eigentlich hätte ich ihn sofort mit einem Arschtritt hinausbefördern (oder ihm wahlweise in die Fresse hauen) sollen, aber irgendwie habe ich es vermieden, man hat ja Anstand. Heute würde ich es tun, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich schäme mich, dass ich es damals nicht getan habe und meinen fassungslosen Gästen seine Anwesenheit noch weiterhin zumuten musste. Würde ich heute nicht mehr machen. Never ever.

Es kommt mir die Kotze hoch, wenn sich solche Leute in jedem Kommentarbereich fast jedes Online-Mediums breitmachen, wenn nur die richtigen Themen angesprochen werden. Wenn sie bei Facebook (gottseidank bin ich da weg) und Twitter (da war ich noch nie) ihren braunen Schleim absondern, gegen die Regierung, Dr. Drosten und Greta hetzen, gegen „die Linken“, die „Gutmenschen“. Wie sie Trump, Bolsonaro, Orban, Le Pen und Höcke abfeiern, als ob das ihre neuen Heilsbringer sind. Wenn sie derailen, relativieren und dabei – wenn sie noch ein paar Gehirnzellen haben –  möglichst intellektuell tun, mit Links zu irgendwelchen verachtenswerten Seiten um sich werfen (Breitbart, Billy Six, Ken Jebsen, Sputnik, etc.), unüberprüfbare Zahlen absondern und ihren Grundkurs in schwarzer Rhetorik auspacken. Wenn sie immer wieder den gleichen Scheiß in ihren idiotischen Kommentaren fragen („warum soll denn die AfD angeblich so schlimm sein? Hat jemand Belege?“) und sagen: „du willst die Realität nicht sehen“, „fühl‘ dich nur wohl in deiner Filterblase“, „wach endlich auf und sieh die Realität“, „du bist ja gehirngewaschen“, „ach, was bist du naiv!“.

„Absaufen!“ und „Merkel muss weg!“ können sie brüllen – diejenigen unter dem braun-blöden Gesocks, die den IQ einer Radkappe haben, können das besonders gut. Zu mehr sind sie auch nicht fähig.

Denen würde ich am liebsten in die Fresse hauen, so einen Hass habe ich. Hass, weil sie auch hassen. Und zwar alle, die nicht rechtsnational-verschwörungstheoretisch denken wie sie. Alle, die ihre menschenverachtende, dumpf-debile Realität nicht anerkennen.

Ich bin ein typischer Vertreter der von denen so verhassten linksgrünversifften Elite. Und da bin ich verdammt stolz drauf. Weil ich andere Werte habe, weil ich an das Gute im Menschen glaube, an den Sozialstaat, an Gerechtigkeit, Fairness, Menschlichkeit, Liebe, Toleranz.

Und weil ich das so sehe, habe ich an meinem Auto auch einen schönen Aufkleber, den jeder sehen soll. Damit das Gesocks direkt weiß, wen es im Stau vor sich hat.

Übrigens: Trump-Fans und Putin-Fans gehören selbstverständlich zum gleichen Kaliber. Die Denkweisen sind ähnlich, auch wenn sie keine Nazis sind. Aber sie stehen auf diktatorische Regimes, starke Männer, hohle Worte. Deren kleiner Pimmel wird durch die Macht des „starken Mannes“ kompensiert, aber hallo!

Ach, bevor wir es vergessen: da gibt es noch diesen „Sänger“ namens Xavier Naidoo. Der war mir damals schon suspekt, hat er doch immer radikal-christliche Texte gesungen mit seinen in weiß gekleideten Söhnen Mannheims. Keine Ahnung, wie die ticken, aber eins weiß ich: der Typ ist total durch. Nee, wirklich. Der glaubt nicht an den Coronavirus – ach was, der glaubt überhaupt nicht an Viren (weil er sie nicht sehen kann…)! Für den ist die momentane Situation nur ein Ablenkungsmanöver der Regierung, um die Deutschen zu unterjochen. Und dann glaubt er auch noch daran, dass es Pädophile gibt, die das Blut von Kindern trinken, weil da ja das leckere Adrenochrom drin ist und die vom „Deep State“, Bill Gates und Hillary Clinton gesteuert werden. Ernsthaft. Und er ist ja auch „zu dem Schluss gekommen, das CO2 nicht der große Veränderer des Klimas ist.“ Aha, der große Klimaforscher spricht weise Worte. Sein almighty Bauchgefühl rules. Und weil er so weise ist, weiß er auch, dass wir von „Mainstreammedien und Regierungspropaganda beherrscht“ werden. Aha. Der Xavier, der alte Durchblicker. Und natürlich ist der vegane Koche Attila Hildmann keinen Deut besser. Da war anscheinend eine Möhre oder Zucchini schlecht und das ist ihm zu Kopf gestiegen und hat ihm die Grütze ruiniert. Denn er bläst in das gleiche Horn wie sein Freund Xavier. Was hat er davon? Er wird auf einer „Hygiene-Demo“ verhaftet (Zensur, Polizeistaat!!!). Genau, auf diesen Demonstrationen, wo dagegen demonstriert wird, dass man nicht mehr demonstrieren darf. Weil der Coronavirus ja ein Patent von Bill Gates ist, um die Menschheit zu dezimieren (warum? weiß keiner) oder es ihn schlicht und einfach nicht gibt. Und der Mundschutz ein Maulkorb der Regierung ist. Weil man ja nichts mehr sagen darf (komisch, dass diese Spacken immer noch ihre Mäuler aufreißen dürfen, ohne in den nächsten Gulag verschleppt zu werden).

Lasst Euch von Idioten, Neonazis, Verschwörungstheoretikern und -praktikern nicht aufs Glatteis führen. Tut das, was die auch fordern: denkt nach. Aber bitte richtig. Und noch was: bleibt menschlich. Menschlicher als ich in diesem Artikel. Ich entschuldige mich für die drastische Wortwahl, aber es musste raus.

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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