Es wird wieder abgezockt

Das Internet ist böse, aber das wissen wir ja bereits, Herrschaften. Aber heute musste ich mal wieder die Bekanntschaft mit einem tollen „Angebot“ machen, das mir per Werbelayer aufdringlich beim Besuch einer Seite auf dem Schirm präsentiert wurde.

Mit diesem tollen „Angebot“ kann man also sein Gesicht analysieren lassen und dann Ähnlichkeiten mit Promis herausfinden. Aaa-haa! Liest sich auch wunderbar:

In unserer Datenbank sind über 500.000 bekannte Gesichter gespeichert. Dein Gesicht wird mittels unserem G.A.S. (Gesichts Analyse System) in einem Raster gescannt uns von unserem Großrechner in einzelne Sektoren unterteilt. Dadurch kann jede einzelne Gesichtspartie von unserem System erfaßt und mit unserer Datenbank verglichen werden.

Hey, ich bin begeistert. Das ist ja mal HighTech. Nicht, dass ich nicht wüsste, dass ich entfernte Ähnlichkeit mit Jack Black oder Michael Moore hätte, nein, da kriege ich es auch schriftlich, wenn ich das will. Und dem G.A.S.  (wer denkt sich solche bescheuerten Bezeichnungen eigentlich aus?) kann man doch sicher vertrauen, oder? Und das mit dem Flirtfaktor – echt sexy!

Man muss sich also anmelden und seinen Namen und die Adresse angeben (naaa…wird da schon jemand stutzig?)

Sollte man die kleingedruckten Anmerkungen rechts auf der Seite wohlwollend ignoriert haben und seine echten Daten angegeben haben, kann man sich schon freuen. Auf die Berechnung des Flirtfaktors? Sicher nicht. Eher auf die erste Mail mit der Zahlungsaufforderung und die nachfolgenden Mahnschreiben. Denn der Scheiß kostet lächerliche 8,- € pro Monat, zahlbar jeweils für ein Jahr im Voraus, bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten, macht also schlappe 192,- €. Kann man auch in den AGB nachlesen:

So wie viele andere Abzocker-Vereine (z.B. genealogie.de, lebenstest.com, etc.), die genau die gleiche Masche verwenden, ist auch dieser Drecksladen in einem Land beheimatet, das nach deutschem Recht nicht zu fassen ist, nämlich in einem arabischen Emirat. Und es wird damit gerechnet, dass sich Leute unwissentlich anmelden (ohne sich über die Kosten zu informieren, die nur im Kleingedruckten und in den AGB stehen) und sich einschüchtern lassen, wenn sie eine Zahlungsaufforderung bekommen. Statistisch bezahlen mind. 10% dann zähneknirschend den Betrag. Man kann sich ausrechnen, welcher Reibach damit gemacht wird.

Sollte es aber schon zu spät sein, und man hat sich aus Versehen angemeldet, gibt es nur noch folgende – einfache und effektive  – Methode, um dem Wahnsinn zu entgehen:

  • alle Mahnschreiben und E-Mails ignorieren
  • darauf warten, dass ein gerichtlicher Mahnbescheid in’s Haus kommt (und bis zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall nachgeben und einschüchtern lassen!)
  • auf diesem ankreuzen „ich bin mit deisem Mahnbescheid nicht einverstanden“ (sinngemäß; auf dem Schreiben kann man ein entsprechendes Kästchen ankreuzen) und unverzüglich (!!) an das Gericht zurückschicken.

Fertig. Danach hört man garantiert nie wieder etwas von denen. Warum? Weil dieses „Geschäftsmodell“ sowas von löcherig ist, dass sich noch nie ein solcher Anbieter auf das dünne Eis begeben hat und einen Prozess angestrengt hat, denn der ist in EU-Ländern nicht zu gewinnen.

Mehr Infos erhaltet Ihr hier.

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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