Die Wächter

Als Kind bin ich manchmal am Bahnhof gewesen und fand es total faszinierend, wie die Züge eingefahren und wieder losgefahren sind. Später habe ich mich für Modellbahnen interessiert und hatte auch selbst eine, bis ich merkte, dass die Hersteller die Kunden hinsichtlich des Längenmaßstabes „bescheißen“. Da war dann der Punkt erreicht, an dem ich keine Lust mehr hatte und mein ganzes Modellbahn-Zubehör auf dem Flohmarkt verscherbelt habe.

Aber trotzdem habe ich mich weiterhin für Eisenbahnen interessiert: für dunkle Rangierbahnhöfe, Bahnsteige im Regen und quietschende Bremsen von langen Güterzügen im Halbdunkel – das war irgendwie seltsam, mystisch und dennoch irgendwie schön für mich. Und als ich noch ein Kind war, fielen mir immer diese großen Signale auf, die am Ende von Bahnhöfen stehen – mit großen, roten „Augen“, oft mehrere nebeneinander und in meiner Erinnerung war meistens irgendein Zwielicht oder es hat leicht geregnet. Irgendwie war das Ehrfurcht gebietend, und ich stellte mir vor, dass das große, dunkle, alte Männer seien, die stumm über den menschenleeren Bahnhof wachen.

Heute war der perfekte Abend, um diese Herrschaften einmal zu fotografieren – und mich ein bißchen an meine Kindheit zu erinnern.

Irgendwie sieht das ja spooky aus, oder? Und ich bleibe dabei: diese Metallskelette mit den roten Augen wachen über den Bahnhof…

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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9 Kommentare

  1. Hallo Chrissy, Eisenbahn ist schon was Faszinierendes! Du selbst hast ja auch mal am Bahnhof gearbeitet. Als Kind fand ich das richtig toll, und auch jetzt noch finde ich es spannend.

    Übrigens: herzlich willkommen im Loft 75 :-)

  2. Ich mag auch Eisenbahn… vor allem die Dampfloks… schon erstaunlich was für riesige Maschinen die Menschen früher gebaut haben

  3. @Philipp: Es ist ein Bild aus meiner Vergangenheit – prima, dass es Dir gefällt.

    @Philipp: Router…uppps! Da sieht man mal, was man alles im Kopf haben muss :-) Ist nicht vergessen, Oliver, kommt in Bälde.

  4. Ich finde die Kombination auch sehr gut gelungen. Insbesondere die Bildaufteilung mit der diagonalen Stromleitung und der Ampel im goldenen Schnitt. Wow – die guckt aber böse!

    Offtopic:
    Was ist denn nun mit dem Router? … Mensch, seit Monaten bin ich ohne Internet – hab so auf dich vertraut ;-)

  5. Unheimlich und Mystery sehr schöne Kombination.

  6. @cimddwc: Du hast Recht, die Drähte sind durch die Anpassung des Gamma etwas unscharf geworden, aber ich habe den Gamma verändern müssen/wollen, weil ich das Bild schön dunkel und zwielichtig haben wollte. Und das mit den gnomen kenne ich auch – das sind diese kleinen Rangier-Signale, die haben auch 2 Augen :-)

    @Martin: Ich mag sowas ja total…so ein bißchen unheimlich ist toll!

    @Katja: Vielen Dank! Es war mir auch ein Bedürfnis, mal darüber zu schreiben.

  7. Beeindruckendes Foto, gefällt mir sehr gut!

  8. Ja, die geheimnisvollen Augen… Ich erinnere mich da an einen Bahnhof mit etlichen Gleisen und Weichen und solchen Signalen in Bodenhöhe (d.h. nur der obere Teil mit den „Augen“) – das sah von oben aus wie eine Armee unheimlicher Gnome. :)

    Übrigens finde ich, das Foto ist zu sehr nachgeschärft – die hellen Ränder gerade der Drähte in der Mitte stören.

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