Die neueste Dreistigkeit am Telefon

Als ich eben nichts ahnend ein Gespräch am Telefon entgegen nahm, dessen Anrufer mich auf dem Display mit „Unbekannt“ begrüßte, geschah Folgendes:

Ich (I): „Ja, Schu****“

Telefonstimme (T): Hallo..?

I: Ja, hier ist Martin Schu****!“

T: „Mein Name ist Gudrun Schmitz; gut, dass ich Sie direkt am Telefon habe! Wir führen eine ganz kurze Marktforschungsumfrage durch, bei der Sie nur eine Frage beantworten müssen. Haben Sie kurz Zeit?“

I: „Klar, kein Problem…“

T: „Fangen wir doch direkt an: Sind Sie für eine generelle Leinenpflicht für Hunde?“

I: „Äääh, soll ich mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ antwor…“

T: „Und nun noch eine letzte Frage: Haben Sie selbst Haustiere?“

I: „Entschuldigung, konnte ich eben mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ antworten oder gibt es Abstuf…“

T: „Vielen Dank. Sie haben jetzt noch die Chance, an einem Gewinnspiel teilzunehmen, Sie müssen nur…“

I: „Verdammte Scheiße, vergiss‘ es!!“

Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich merkte, dass ich mit einer Konserven-Stimme spreche und kein Mensch am anderen Ende der Leitung sitzt, schon gar nicht „Gudrun Schmitz“, zu ausgefeilt war die Gesprächsführung. Wer mich kennt, weiß auch, dass ich Markt- und Meinungsforschung (MM) (der seriösen!!!) gegenüber positiv eingestellt bin, da ich vor Jahren mal in einem Telefonstudio jobbte. Ich weiß auch, dass der Ruf von solchen Firmen und Instituten, die sich ernsthaft der MM widmen, immer wieder auf eine harte Probe gestellt wird, wenn schwarze Schafe irgendwelche Gewinnspiele, Abos und anderen Bullshit unter dem Deckmantel der Seriosität unter’s ahnungslose Volk bringen wollen. Wir hatten schon damals genug Arbeit damit, den Interviewpartnern zu versichern, dass es bei einem seriösen MM-Institut niemals um’s Verkaufen geht und alle Angaben freiwillig sind.

Und dann das. Soll sich anhören, als wäre ein Mensch dran, in Wirklichkeit ist es eine aufgezeichnete Stimme, die letztlich nur irgendwelchen Werbemist an den Mann/die Frau bringen bzw. Adressen sammeln will! Zum Kotzen ist das!

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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5 Kommentare

  1. Ich leg bei solchen Anrufen immer sofort auf, egal ob realer Gesprächspartner oder Stimme vom Band. Meine Zeit ist mir zu kostbar als das ich sie bei solchen Anrufen vergeude.

  2. Markt- und Meinungsforschung ist wichtig und nützlich. Und wenn sie seriös ist, nehme ich mir gerne ein paar Minuten Zeit, denn nur so können Meinungen erfragt und bestimmt werden. Meine Zeit spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle, die nehme ich mir einfach.

    Aber wenn ich mit solchen Dreistigkeiten konfrontiert werde und merke, dass es in Wirklichkeit um Kommerz und Verkaufen geht, dann werde ich leicht aggressiv…

  3. Hihi, bei mir ruft Gott sei Dank keiner mehr von diesen Vereinen an. Ein paar „nette“ gezielte Hinweise und seitdem herrscht Ruhe.
    Egal ob seriös oder nicht, auf sowas habe ich generell absolut keine Lust und halte es eher so wie Luigi, meine Zeit ist mir zu kostbar. Wenn jemand was will, dann bitte schriftlich, das kann man löschen.

    Aber auf so eine Konserven-Stimme bin ich auch mal hereingefallen, es beklagte sich jemand, dass der PC, den er von mir ersteigerte, nicht funktionierte. Ich habe überhaupt keinen angeboten. Naja, ein paar Teenis werden sich köstlich über meine Antworten amüsiert haben.

  4. Ich hatte neulich auch einen solchen Anruf aufs Handy, als ich erkannte was die Dame am anderen Ende wollte (nämlich nur was verkaufen), wollte ich auflegen. Jetzt haltet Euch fest – mein Handy verweigerte mir diese Aktion! „Aktion nicht durchführbar“ konnte ich auf meinem Display lesen. Ist das jetzt eine neue Masche dieser „Vereine“? Oder hatte mein Handy einfach nur einen Blackout?

  5. Hallo Philippe, schön, dass Du mitliest und „Herzlich Willkommen“!

    Das klingt ja ziemlich spukig, was Du da schreibst. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht ein bestimmtes Dienstmerkmal mit dem Anruf mitgesendet wurde, welches das Auflegen unterbindet. In solchen Fällen würde ich das Handy per „Aus“-Knopf abschalten. Und wenn das nicht klappt, den Akku rausnehmen.

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