Der kleine HAL9000 geht bald online

wolfram_alphaStreng geheim gehalten, ohne großes Bohei zu veranstalten, sind jetzt die ersten Details zu einer Art „Antwortmaschine“ für das WWW durchgesickert: Wolfram | Alpha.

Bei diesem Projekt, an dem angeblich 100 Mitarbeiter dran arbeiten, handelt es sich um nichts Geringeres als das Gegenstück zu einer Suchmaschine – nämlich eine Antwortmaschine. Und zwar eine, die ich im Klartext fragen kann: „Wo ereignete sich am 07.03.2009 in Koblenz ein Zugunfall?“ Und ich würde die Antwort bekommen: „das war kurz vor der Horchheimer Brücke am Bahnübergang“.

Oder ich würde fragen: „Welche Temperatur herrschte letzten Donnerstag in Hannover?“, „Auf welchen Tag fällt Heiligabend dieses Jahr?“ oder „Wie heißt das Lied, in dem die Worte ‚Can’t take my eyes off you‘ vorkommen?“. Diese und noch viel mehr Fragen soll Wolfram |Alpha verstehen und in korrekter Syntax beantworten können, ohne eine ellenlange Liste von Suchbegriffen auszuspucken, wo sich der Benutzer selbst durchwühlen muss.

Welche Wissensbasis benutzt wird, ist unklar, darüber schweigt man sich aus. Aber klar ist, dass diese „Antwortmaschine“ – ähnlich wie damals HAL 9000 im Film „2001 – Odyssee im Weltraum“ – Fragen beantworten wird, die man ihr stellt. Wohl keine nch dem Muster „wo finde ich den iPod nano am günstigsten im Großraum Koblenz?“, sondern eher Wissensfragen aus allen möglichen Bereichen wie Mathematik, Geografie, Geschichte, etc. [hier ist der offizielle Blog des Entwicklers, Stephen Wolfram]

Wenn angeblich 100 Mitarbeiter an diesem Projekt arbeiten, ist die Erwartungshaltung natürlich groß. Und die Erwartungen werden evtl. nicht erfüllt, wenn die ersten Antworten á là „Diese Frage kann ich leider nicht beantworten – versuchen Sie, mir eine andere Frage zu stellen!“ auf dem Bildschirm erscheinen. Denn dann wird man sich fragen, wo der große Vorteil einer solchen ’semantischen Suche‘ liegen soll im Vergleich zu dem, was Google & Co. schon immer getan haben: nämlich Suchergebnisse auflisten, durch die man sich selbst durchkämpfen muss, aber sich aussuchen kann, wie relevant die Ergebnisse für einen persönlich sind.

Ich würde mir eine „künstliche Intelligenz“ wünschen, die mir nicht das Gefühl gibt, dass ich es mit einem inkompetenten Automaten zu tun habe. Einige positive Beispiele gibt es bereits; sie tun ihren Dienst z.B. bei IKEA, smart oder Yello Strom. Lernfähige KI-Systeme, die zumindest charmant und schlagfertig sind, wenn sie keine Antwort parat haben – und so macht das Spaß:

  • AISA. Die künstliche Intelligenz der Automarke smart.
  • Eve. Fragt mal „kannst dich für mich ausziehen?“ und danach nochmal „ziehst du dich aus?“ Das ist witzig gelöst!
  • Anna. Die virtuelle Produktberaterin von IKEA.

Probiert die 3 Damen doch mal aus und „spielt“ mit ihnen. Das ist eine kurzweilige Angelegenheit. Und genauso charmant würde ich mir Wolfram | Alpha auch wünschen (auch wenn er ein Mann zu sein scheint 🙂 )

Hoffen wir also, dass der „kleine HAL 9000“ wie angekündigt im Mai das Licht der Welt erblickt und schnell erwachsen wird.

So, und was haltet Ihr von der Idee zu Wolfram | Alpha? Könntet Ihr Euch vorstellen, Euer Internet-Rechercheverhalten zu ändern, wenn Ihr merkt, dass das funktioniert? Ist das die Zukunft der Suchsysteme?

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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