Das fast in’s Wasser gefallene Festival

Am Samstag hatten wir kinderfreie Zeit und brachen bei angenehmem Wetter (warm, sonnig) nach Bonn auf, um mal wieder ein Festival zu erleben. Bei der RheinKultur war ich sicher 15 Jahre nicht mehr und um so mehr freute ich mich auf einen schönen Festival-Tag. Aber bereits auf der Fahrt verfinsterte sich der Himmel und ab Remagen lagen dicke Äste und umgestürzte Bäume am Wegesrand! Überall Feuerwehr, die Straße war nass, hier musste es wie aus Kübeln geregnet haben. Als wir in Bad Godesberg einfuhren, waren ganze Straßen überschwemmt und die Gullideckel hoben sich!

Auch als wir unseren Parkplatz erreichten, schüttete es wie aus Eimern und mit Regenschirm bewaffnet machten wir uns auf in Richtung Festivalgelände. Nach ca. weiteren 30 Minuten Dauerregen wurde es dann glücklicherweise heller und das Publikum kehrte zurück zur vollkommen aufgeweichten Rheinaue.

RheinKultur ist ein richtig tolles Festival, denn es ist kostenlos, in schönem Ambiente (Rheinaue Bonn), mit interessanten Bands und vielen tollen Ständen und Fressbuden und natürlich guter Laune. Top-Acts waren u.a. Max Herre („A.N.N.A“), Madsen und Juliette Lewis.

Der erste Act, den wir uns in voller Länge anschauten, war „Der Familie Popolski“, eine Band, die so tut, als hätte Opa Pjotrek Popolski die Popmusik erfunden und alles, was man so in den Charts hört, ist eigentlich nur von ihm geklaut. Folglich spielen die Popolskis die „Originalversionen“, und zwar mit schrägen Sprüchen in deutsch-polnisch („mussen wir kurz Wudkapause machen. Alle 20 Minuten, wie in Polen. Wir sind jetzt schon hackedicht“). Die Musik ist klasse, denn es ist ein Mix aus Polka-Hardrock-Reggae, der einfach nur abgeht wie Sau. Mit auf der „Buhne“ sind „Cousine Dorota“ („der Heißeste von der Heißesten“ – singt göttlich und sieht auch nicht übel aus) und „der Stratocastri“, eine goldene, dreihalsige (!) Gitarre, der man ungeahnte Töne entlocken kann.

Große Comedy, riesen-Spaßfaktor und einfach geile Musik, die abgeht und auch musikalisch überzeugt. Hier gibt’s eine kleine Auswahl auf YouTube.

So, langsam waren unsere Zigarettenschachteln vollends zerfleddert vom dauernden rein-raus und dem Regen, und wir schauten uns auf dem Festivalgelände um. Essenstechnisch war für jeden etwas dabei, es gab viele Schmuck- und T-Shirt-Stände, interessante Gestalten und prima Stimmung. Später trafen wir noch Yves Freundin mitsamt Tochter und deren Freund und fortan bestritten wir den weiteren Abend mit diesen Herrschaften. Schließlich war das Wetter jetzt wieder klasse und das Festivalgelände proppenvoll. 5 Bühnen, die unterschiedliche Stilrichtungen präsentierten (HipHop, Krach, gute Musik, Techno und noch mehr gute Musik) sorgten für Abwechslung. Und weiter ging’s zu Jennifer Rostock.

Die Dame und ihre Band machen Musik im Stil von „Wir sind Helden“, gemischt mit Ideal, Großstadtgeflüster und Karpatenhund. Die Sängerin Jennifer Weist ist rotzfrech und holte sich mehrmals Leute aus dem Publikum auf die Bühne: ein 15-jähriges Mädel, das überraschend gut „Kopf oder Zahl“ sang und einen „potenten jungen Herrn“, der sein Hinterteil während des Gesangs schwingen musste.

Später, nachdem wir das Gelände abgegrast hatten, uns die Schultern weh taten dank der „Kühltasche aus der Hölle™“, die selbst im leeren Zustand noch so viel wog wie im vollen und nach einem netten Gespräch mit einer Zigaretten-Promo-Studentin machten wir uns irgendwann gegen 23.00 Uhr auf den Nachhauseweg.

War klasse! Und wer kommt nächstes Jahr mit?

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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3 Kommentare

  1. Oh mein Gott! Musste das sein? Bitte, mach es weg.

  2. Sah doch gut aus – aber die beiden Süßen sehen auch gut aus ;-)

  3. Lach, nur ist es nicht mehr aktuell. Klar, sah es gut aus – bis auf die Person links außen.

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