Buchbesprechung: „Imagon“ von Michael Marrak

imagon Einige von Euch kennen meine Vorlieben in Bezug auf Bücher ja schon ein wenig. Es darf gerne ein bißchen Horror, Science-Fiction oder Psychothriller sein. Für alle, die sich für diese Themen interessieren, schreibe ich diese Rezension und würde mich freuen, wenn ich Euch einen guten Buchtipp geben kann.

„Imagon“ habe ich mir von meiner Mum ausgeliehen, die mit ihren 74 Jahren auch gerne mal Bücher der derberen Sorte liest. Das Buch ist aus der Feder des deutschen Illustrators und Autors Michael Marrak, der dafür den Kurd-Lasswitz-Preis erhalten hat als besten deutschen Sci-Fi-Roman.

Worum geht’s?

Dr. Poul Silis, ein dänischer Geophysiker, der Kälte und Eis hasst wie die Pest, wird ausgerechnet nach Grönland beordert, um zusammen mit anderen Polarforschern zu ergründen, was für ein merkwürdiges Objekt wohl den riesigen Krater verursacht hat, der plötzlich nahe Scoresbysund entstanden ist. Bald stellt sich heraus, dass hier kein Objekt eingeschlagen ist, ganz im Gegenteil: an der Stelle liegen die Reste einer vermeintlich prähistorischen Stadt frei. Im Laufe der Zeit werden die Ereignisse immer bizarrer, und langsam kristallisiert sich heraus, dass man es hier mit etwas zu tun hat, das nicht erst seit Kurzem auf der Erde ist – und dass die Stadt älter ist, als man denkt. Und dann gibt es noch die merkwürdige Frau namens Nauna, die auf seltsame Weise mit den Ereignissen zu tun hat. Ganz zu schweigen von dem Furcht erregenden „Schluckloch“ und den „Aqunaki“ – und was es damit auf sich hat. Und später wisst Ihr auch, warum das Buch „Imagon“ heißt und was ein Imagone letztendlich ist…

Wie ist es geschrieben?

„Imagon“ ist aus der Perspektive von Poul Silis, des Protagonisten, geschrieben. Das Buch fängt ein wenig langatmig an, steigert sich aber schon sehr bald, sodass man gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören kann. Ich habe es in einer Nacht zuende gelesen. Michael Marrak hat einen großartigen Schreibstil und auch ein fundiertes Hintergrundwissen: so erfährt man nicht nur genau, wie es in einer Polarforschungsstation zugeht, sondern erhält auch viele Einblicke in das Leben der Inuit und deren Sprache.

Einige Handlungsstränge werden leider nicht konsequent zuende geführt, das liegt aber auch daran, dass die Story sehr komplex ist. Aber es stört auch nicht weiter, denn die wesentlichen Fragen sind geklärt, wenn man das Buch fertig gelesen hat.

Insiderwissen

„Imagon“ spinnt den Cthulhu-Mythos von H.P. Lovecraft und August Derleth weiter und verlagert ihn in unsere Zeit. Noch nie von gehört? Dann werft doch mal einen Blick auf die überaus kompetente Seite bei Wikipedia, damit Ihr ein bißchen Hintergrund bekommt. In kurzen Worten: Cthulhu und seine Gefolgschaft kamen vor endlos vielen Jahren auf die Erde – es sind gottgleiche Wesen, die unaussprechliche Schrecken verbreiteten und aus den Tiefen des Alls stammen.

Die Geschichte rund um diesen Mythos wurde in ein modernes Gewand gehüllt, sprachlich und dramaturgisch einwandfrei mit einigen neuen Aspekten ergänzt und zu einer wirklich spannenden Story gemacht – nicht nur für Fans von H.P. Lovecraft.

Und, gut?

Toll! Auch hier konnte ich wieder mal nicht aufhören mit dem Lesen, so sehr verdichtete sich die Spannung mit jeder Seite. Fans von Horrorliteratur und wirklich guter Science(!)-Fiction kommen voll auf ihre Kosten. Man sollte allerdings nicht zartbesaitet sein, das steht schonmal fest…

Serviervorschlag

Als passende Hintergrundmusik kann ich dies (kostenlos erhältlich) empfehlen. Ein abgedunkeltes Zimmer, ein paar Kerzen, die vor sich hin lodern, dazu eine Flasche Wein nach Wahl, gerne auch ein kaltes Bier. Aber bitte keine allzu lustige Musik spielen, das passt nicht so ganz.

Wurstbrote sollte man sich nicht schmieren, die könnten im Verlauf der Story sauer aufstoßen, ebenso wenig sollte man Sülze oder gar Lasagne & Co verspeisen, während man das Buch liest. Statt dessen empfehle ich Kräcker, Vanilleeis, Kekse oder Chips. Die bleiben auf jeden Fall drin.

Ach ja, das Buch sollte man natürlich auch besitzen – ich spare mir jetzt einfach mal die einschlägigen Links zu Online-Bücherversendern. Kostet übrigens 8,90 € als Taschenbuch.

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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