Bevormundung im Kindergarten

Nutella by peter.ca@flickrDa platzte mir gelinde gesagt der Hintern, als ich das von Yvonne hörte: der Kindergarten der beschaulichen Gemeinde im Westerwald, in den sie ihren Sohn schickt, verbietet den Kindern, bestimmte Lebensmittel zu essen!

Mit dem Argument, die Kleinen sollen sich gesund ernähren, wurde ihm sein Döschen „Nutella2GO“ verwehrt und er durfte es nicht essen. Desweiteren wurde seine Mutter – also Yvonne – gemaßregelt, dass solche ungesunden Nahrungsmittel in diesem Kindergarten nicht gestattet seien. Die Erzieherinnen haben Niklas dann auch mitgeteilt, dass seine Mutter kein Nutella mehr auf’s Brot schmieren soll. Außerdem ist das Mitbringen und Trinken von Limonade nicht gestattet.

Herrschaften, in welcher Welt leben wir eigentlich? Einem Kind, das ausnahmsweise mal ein Nutella2GO mitnimmt, dieses abzunehmen und der Mutter wieder in die Hand zu drücken? Das im Übrigen auch nur die Getränke trinken darf, die im Kindergarten angeboten werden (Tee, Wasser)? Das keine Milchschnitten essen darf und auch keine Süßigkeiten?

Wohlgemerkt, das Mitbringen solcher Nahrungsmittel ist die Ausnahme und nicht die Regel. Und wir reden hier auch nicht von einem fettleibigen Kind. Und schon gar nicht von Empfehlungen seitens des Kindergartens, sondern von handfesten Verboten. Was „gute“ und was „schlechte“ Nahrungsmittel sind, entscheiden die Kindergärtnerinnen. Ein fettes Leberwurstbrot wäre sicher gerne gesehen, auch wenn das zugehörige Kind dick wie eine Kugel ist. Und interessanterweise ist Actimel auch kein Problem, denn „das ist ja gesund“ (da hat wohl jemand zu viel Werbung geschaut). Ernährungstechnische Koryphäen in besagter Einrichtung empfahlen auch ein ca. 7 cm großes Stück Fleischwurst als maximale Wochenration. Na, das nenne ich doch mal fundiert.

Zu meiner Zeit trank man im Kindergarten seinen Kakao und verspeiste auch mal ein Nutellabrot. Wäre eine Erzieherin auf die Idee gekommen, dies dem Kind wegzunehmen, wäre am nächsten Tag der Papa vorbeigekommen und hätte das Kindergartenpersonal aufgemischt. Danach hätte sich sicher niemand mehr getraut, die Pausenbrote der Kinder zu überprüfen.

Wenn ich das nächste Mal Niklas in den Kindergarten bringe, werde ich es wohl drauf anlegen und ihn mitsamt eines Erzeugnisses der Firma Ferrero dort abliefern. Und abwarten, was passiert. Und wenn sich jemand von den selbst ernannten Experten mit gefährlichem Halbwissen erdreisten sollte, an mir Aufklärungsarbeit hinsichtlich Nahrungsmitteln leisten zu wollen, dann wird es ein Donnerwetter geben.

Wie sieht’s aus:

Sollen Erzieherinnen entscheiden dürfen, welches Essen Kinder von ihren Eltern bekommen? Ist dies Bevormundung oder ist es vielleicht sogar vernünftig und angebracht, vermeintlich ungesunde Nahrungsmittel zu verbieten? Wie weit darf Kontrolle gehen? Ist eine solche Vorgehensweise überhaupt rechtens? Schreibt mir!

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Über Martin

Ich bin und war es immer, der Chefredakteur des alten und des neuen Loft 75, dem illustrierten Magazin aus dem 21. Jahrhundert. Geboren 1969 in einem kleinen Ort im Welterbe Oberes Mittelrheintal und somit gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert, bin stets kreativ und reduziere Dinge auf das Wesentliche, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und seit einigen Jahren wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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23 Kommentare

  1. Mich würde trotzdem interessieren, wie die rechtliche Situation dazu aussieht.
    Dürfen die ErzieherInnen das? Was meine Kinder essen, möchte ich als Erziehungsberechtigter entscheiden.

  2. @Marc Hehe, ein bißchen krass ausgedrückt, aber so kennen + lieben wir Dich ja :-)

    @Paleica Vielen Dank für Deinen Kommentar und „Willkommen an Bord“ :-)

    Vernünftige Ernährung bedeutet nicht, Eltern und Kinder bloßzustellen, sondern bei Auffälligkeiten Tipps zu geben, wie man es besser machen sollte. Dein Tipp mit dem Obst im KiGa geht schon ganz klar in die richtige Richtung. Vielleicht noch ein bißchen hübsch zurechtgeschnitzt und die Kinder mögen das.

  3. also das ist aber schon die höhe. wenn mir damals jemand mein balisto oder meine milchschnitte weggenommen hätte, hätte es wohl ein riesen trara meinerseits und ein mordstamtam seitens meiner eltern gegeben. ratschläge finde ich in ordnung oder dass man falls die kinder dort essen auf gesunde und ausgewogene ernährung achtet, dass man eventuell eine schüssel obst stehen hat wo kinder sich was nehmen können, aber sowas?

  4. hey Martin

    habe mich entschlossen dir auch mal meine Meinung zu übermitteln!
    (is halt so ein Thema für mich! Verbote halt)

    ich bin Voll Und Ganz Deiner Meinung!!!
    und were es mein Kind dan were diese Kita oder was auch immer; zu klein fuer mich und diese Person = Erzieherinnen!

    genauer und mehr kann ich hier nicht schreiben wegen Stasi 2.0 und so….
    p.s. GZ zum neuen Job, Freut mich

  5. @Steve: Verbrannt, huu… Das ist schlicht und einfach Sachbeschädigung :-|

    Nein, mir geht es sicher nicht darum, dass Erzieherinnen ihren Job gut machen und Eltern, die ihren Kindern dauernd Süßkram mitgeben, mal in’s Gebet genommen werden, kein Thema. Aber ich bin dagegen, dass generalstabsmäßig Brotboxen kontrolliert werden und mit z.T. laienhaftem Halbwissen entschieden wird, was gut und was schlecht ist. Und dass den Kindern nicht gestattet wird, einen kleinen Süßkram zu essen. Deutschland wird sowieso immer mehr zu einem Kontroll-Staat, das geht mir gewaltig gegen den Strich. Früher hat’s auch anders geklappt und ob man mit Verboten weiterkommt, wage ich zu bezweifeln. Zumal es totaler Humbug ist, wenn ein Kind vermeintlich „gesunde“ Sachen im KiGa verspeist, aber zuhause jeden Tag mit Schokolade und Pommes abgefüttert wird.

    Ein netter, bisweilen eindringlicher Hinweis an Eltern, die regelmäßig Schokolade & Co. und sonst nichts in die Brotbox packen, genügt m.E. vollauf. Aber den Kindern das Essen wegnehmen: No way.

  6. Mitgebrachtes Spielzeug wurde damals bei uns verbrannt, um jedem Kind die gleiche Chance zu geben mit den Spielsachen zu spielen. Rechtlich denke ich wird der Kindergarten nur Empfehlungen aussprechen dürfen, wäre gespannt was die Leitung des Trägers dazu sagt.

    Wobei die Grundidee nicht schlecht ist. Ich sehe oft wie das Ernährungsverhalten jüngerer bedingt durch Zeiteinschränkungen der Eltern eher in Richtung Fertig-Folien Artikel geht, dabei ist das Nutella2Go eher noch das geringste. Aber Cola, Schokolade, Süßkram sieht man oft früh im Netto an der Ecke, was die Schüler dort kaufen.

  7. So, hier sind wieder meine mehr oder weniger fundierten Kommentare, liebe Leser.

    @danyo + chikatze Eben. Ein netter, aber bestimmter Hinweis, dass Nutellabrote bei einem 50 kg-Kind keine gute Idee sind, dürfte oft genügen. Aber die Mitbringsel zu inspizieren und auszusortieren, ist sicher keine gute Idee.

    @Micha Gesunde Ernährung ist das A und O – ganz klar. Aber die Frühstücksbox der Kinder zu untersuchen und pseudowissenschaftliche Ernähungs-Empfehlungen zu geben, überschreitet die Kompetenz. Stichwort: Leberwurstbrot/’die dicken Kinder von Landau‘

    @Julia Eben! Ganz Deiner Meinung. Es ist einfach nur eine Kompetenzüberschreitung ohne fundierte Grundlage. Essen darf man nicht einfach wegnehmen! Im geschilderten Fall hatte das Kind überhaupt nicht mehr zu essen. Tolle Wurst.

    @Nila Ich sehe es nicht ein, dass Nahrungsmittel von einer halb-staatlichen Organisation verboten werden. Verbote spricht die Exekutive, also die Polizei, aus. Zumal diese Regel nicht im Kindergarten am schwarzen Brett steht.

    @Carryboo Eben. Die Kids können noch so viele gesunde Äpfel und Vollkornbrot in der Box haben – oftmals ist es nur ein Alibi. Und keiner kontrolliert, ob die Kinder das auch wirklich aufessen oder wieder mit nach Hause bringen mit dem Hinweis: „Bääääääh, schmeckt nicht, was du mir mitgegeben hast!“ Also: die Kiddies sollen konsumieren, was sie möchten, wenn’s nicht gerade ein Sixpack Bier ist. Und wenn es mal nicht stimmt, dann können die Erzieherinnen die Eltern gerne ansprechen, kein Thema.

    @Gilly Wenn die Kinder dick sind wie eine Tonne > kein Problem, dann können und sollten die Erzieherinnen die Eltern gerne ansprechen, dass da was nicht OK ist. Aber Verbote? Die bringen keinen weiter. In diesem Staat gibt’s eh schon genug Verbote. Und KiTa-Angestellte haben sicherlich keine Schulung in Sachen Ernährung genossen. Und noch schlimmer: was tun, wenn der gesunde Kram den Kindern nicht schmeckt? Dann essen sie garnix. Auch nicht gut. BTW: Niklas ist nicht mal ansatzweise fettleibig.

    @Yvonne So sehe ich das auch. Aber wir haben auch schon genug darüber diskutiert ;-)

    @Aquii So sollte es sein. Eltern ansprechen und die Probleme klären. Das Kind ist zu fett > Eltern abfangen und Thema ansprechen. Viele wissen vielleicht nichts von gesunder Ernährung und sind dankbar für jeden Tipp. Ud wenn man mit einem Verbot daherkommt, schalten wohl die meisten Eltern auf „stur“.

    @Ulf Vielen Dank für Deinen Kommentar und herzlich willkommen in der Runde der Mitleser :-)

    Deine Meinung teile ich nicht, denn wir reden hier von „Frühstücksboxen-Inspektion“ und Du weißt sicher, dass Kinder gerne auch mal unvernünftige Dinge essen, die halt einfach nur schmecken. Gib‘ Deinem zukünftigen Kind gerne Vollkornbrot mit Körnermüsli mit auf den Weg. Spätestens, wenn es das ausspuckt oder wieder mit nach Hause schleppt, wirst Du merken, dass das nicht der Brüller ist. Aber darum geht es ja heute nicht, sondern um ZWANG und VERBOTE. Es kann nicht sein, dass Erzieherinnen etwas verbieten, ohne unter 4 Augen mit den Eltern gesprochen zu haben. Ein Hinweis genügt vollauf. Sicher, Rike ist Erzieherin, aber VERBIETEN ist das Allerletzte. Was soll denn noch alles verboten werden? Hey, willkommen im 21. Jhdt., wo alles vorgeschrieben und wenig erlaubt ist. Wir sind auch groß und stark geworden mittels Nuss-Nougat-Creme und süßer Limo. Schon vergessen?

    @Andersreisender So sehe ich das auch, Verbote bringen keinen weiter. Haben sie in der Kindheit nicht und tun sie auch im Erwachsenenalter nicht. Das soziale Leben und die Meinungsbildung sind wichtig, zu welcher Person ein junger Mensch einmal heranreift. Und nicht „Nutellabrot-VERBOTE“.

    @darkvamp Genau, ein Hinweis genügt vollkommen. Und was Murx ist und was nicht liegt im Auge des Betrachters, denn auch ein Actimel ist in meinen Augen Bullshit. Oder ein Käsebrot, das nicht vom Bio-Bauern stammt. Klar, man sollte Kinder nicht ausschließlich mit solchem Kram füttern, aber die Ernährung findet auch nicht ausschließlich im Kindergarten statt.

    @oasenhoheit Klar, wir reden ja nicht von „immer“ sondern von „ab und zu“. Die meiste Zeit gibt es leckere Brote und so einen Kram ;-) Aber dass das Personal sich erdreist, Lebensmittel zu verbieten und Kinder ohne Frühstück sitzen zu lassen, das geht ja mal gaaar nicht. Und wie peinlich das den Eltern ist, davon mal ganz abgesehen…

    @Luigi Es regt mich einfach nur auf! Dass hier Brotboxen inspiziert werden! Sind wir in einem totalitären Staat?! Aufklärung, klar, bin ich dafür. Dass manche Eltern einfach mal wissen, dass sie ihrem Kind keinen Gefallen tun, wenn sie Räucherspeck, Butterschmalz und Donuts in die Tupperbox legen. Liegt auf der Hand, bin ich dafür. Aber die ganze Verbieterei kotzt mich an. Und steht auch auf keiner rechtlichen Grundlage.

    @Silke So sehe ich das auch, liebe Silke. Die elementaren Dinge im Leben sind wichtig. Und nicht so eine „Kindergarten-Kacke“ mit Verboten, Vorurteilen noch und nöcher. Reden und Verstehen hilft. Und kann in einem ruhigen Ton so manches Problem beheben.Ohne „Verbote“

  8. Wichtiger wäre vielleicht bei manchen Kindern erstmal, dass sie „Bitte“ und „Danke“ sagen lernen. Und bei manchen Kindern sollte man froh sein, wenn sie überhaupt etwas zu Essen dabei haben. Einmal so etwas zum Essen dabei zu haben ist nicht dasselbe, wie jeden Morgen mit Chips und Cola zu frühstücken (und ich kenne solche Fälle!) und da sagt keiner was.

    Ausreizen muss man das nicht, aber ein Gespräch wäre vielleicht doch nicht schlecht. Wer weiss, ob die Leitung des KiGas überhaupt weiss welche Gesundheitsapostel sie beschäftigen…

  9. Da wirst du keine Chance haben, die sitzen am längeren Hebel. Wir haben das Thema schon drei mal durch.
    Unsere Kids dürfen Nutella und Co essen, immer in Maßen. Denn erstens sind es Kinder, die in erster Linie ihren Spaß haben sollen, auch beim essen und zweitens haben unsere soviel Bewegung das die diese paar Kalorien eh ruck zuck verbrennen.

    Ich habe damals einer Erzieherin gesagt das sie dann erst mal mit gutem Beispiel voran gehen soll und das rauchen aufhören soll. Denn wenn Vorbild dann auch richtig! Aber wie gesagt, die sitzen am längeren Hebel. Ich an deiner Stelle würde da keine Welle wegen machen, damit schadest du im Endeffekt nur dem Kind.

  10. ich find den grundgedanken dahinter sogar sehr vernünftig, auch wenn ich mir als kind gewünscht hätte, viel öfter solche leckeren süßigkeiten mit zu bekommen. *g* auch ß-schnitten gabs viel seltener, als ich mir gewünscht hätte. aber ich bin froh und dankbar, dass meine eltern nicht so unvernünftig waren, mir das immer mitzugeben.

    leider gibt es aber eltern, die ihren kindern fast nur so nen fraß geben, weils einfacher ist, als sich mit ihnen damit zu beschäftigen, warum das in größeren mengen nicht gesund für sie ist.
    außerdem ist ein riegel in die tasche viel schneller erledigt als ein brot zu schmieren, das das kind dann vielleicht trotzdem nicht ist.

    dennoch versteh ich deinen ärger über die art und weise, wie die erzieher das ganze gelöst haben.
    wie schon jemand sagte: der ton macht die musik. hinzu kommt, dass das mit dem actimel natürlich der größte humbug ist.
    siehe abgespeist.

  11. Also eigentlich finde ich es hervorragend wenn die Erzieherinnen das Bewusstsein der Kleinen für ordentliches Essen ohne diesen Murx wie Nutella stärken. Allerdings sollte es am Ende schon die Entscheidung der Eltern bleiben aber ich würde die Eltern auch darauf hinweisen und dem Kind versuchen klarzumachen warum diese Lebensmittel nicht die erste Wahl sein sollten.

  12. PS: Nicht nur für Kinder wichtig!

  13. Also ich würde mich ziemlich ärgern, wenn meinem (nicht existenten) Kind erklärt werden würde, dass meine Eltern mir ungesunde Sachen in den Kindergarten mitgeben. Hallo? Wo sind wir denn? Eine etwas sensiblere Vorgehensweise wäre hier sicherlich angebracht.

    Mit Verboten kommt man ohnedies nicht weit. Wichtiger ist ein „gesunder Umgang“ mit den Dingen, die unser tägliches Leben bestimmen. Das ist für Kinder meiner Meinung nach wichtig!

  14. Also Martin-mal ehrlich- deine Reaktion gegenüber der Kita ist völlig daneben. Das Thema hatten wir heut auf der Arbeit schon. Wenn es in der Kita solche Regeln gibt, dann haben diese mit Sicherheit auch einen Grund. In unserer Gesellschaft gibt es leider zu viele Eltern die sich über die Ernährung keine Gedanken machen und ihre Kinder mit irgendeinem Mist losschicken, und dazu zähle ich auch N2g, Milchschnitte etc. Klar kann man so etwas ab und zu mal essen, finde ich auch ok, aber eben nicht im Kindergarten. Viele machen es sich zu einfach. Die Kinder sollten wenigstens einmal am Tag die Chance bekommen etwas gesundes zu essen. Wenn dann zu hause noch jemand auf die Ernährung achtet dann ist das sehr schön. Dieses Glück haben aber nicht alle. Es ist für eine Erzieherin nicht einfach zwischen Ausnahme und Regel zu unterscheiden wenn man für 25 Kinder verantwortlich ist und heute der eine und morgen die andere mit einer ‚Ausnahme’ ankommt. Bei meiner Freundin in der Kita ist es so geregelt, dass gar nichts mehr mitgebracht werden darf. Das Frühstück wird von der Kita veranstaltet und siehe da… die kleinen essen Vollkornbrot, Frischkäse und Äpfel, und das auch noch gern. Bei den Kinder kommt erst dann wieder Neid auf wenn sich mal wieder ein bevormundet fühlendes Eltenteil sein Recht durchsetzen will und das Kind mit Ferrero zur Kita schickt…

  15. Grundsätzlich ist, das, was die Lebensmittelindustrie al Fertigprodukte anbietet, mit einem gesunden Misstrauen zu handhaben, insofern haben die Kindergärtnerinnen wohl Recht. Da aber der Ton die Musik macht, denke ich, das geade den kleinen (vorher mit den Eltern abgestimt) einleuchtend erklärt werden sollte.

  16. Schulen und Kindergärten sind schon seit einigen Jahren auf dem „Gesundheitstrip“ und an sich ist das ja auch eine gute Sache, dass den Kiddis gezeigt wird, was „gut“ und was „schlecht“ ist. Wobei die eigentliche Entscheidungsgewalt natürlich bei den Eltern liegt und es durchaus ziemlich nervig sein kann, wenn man als Nachtisch mal einen Schokopudding macht und das Kind hysterisch anfängt zu schreien „das ist aber total ungesund, das soll man nicht essen.“
    Allerdings habe ich zwei ziemliche Problemkinder, was das Essen angeht. So nahm meine Tochter z.B. NUR Hörnchen und einen Apfel mit, etwas anderes aß sie nicht. Lieber hungerte sie, als etwas anderes als ihr heißgeliebtes Hörnchen und ihren Apfel zu essen.
    Mein Sohn wiederum ist da etwas pflegeleichter, jedoch mag er kein Obst; das bleibt unangetastet. Gurke und Möhre ißt er wiederum. Ansonsten mag er Fleischwurst und hin und wieder Butter (was an sich schon ein Wunder darstellt, da weder sein Vater noch ich oder seine Schwester Butter oder Margarine essen) und natürlich das umstrittene Nutella. Was kann ich also tun? Ihm etwas einpacken was dem Gesundheitsstandard entspricht, er es wiederum nicht ißt und es nach Kindergartenschluss wegschmeißen? Das wiederum geht mir gegen den Strich.
    Also werde ich es jetzt mal darauf ankommen lassen, ihm sein Toast, Brot oder Brötchen damit belegen, worauf er gerade Lust hat und abwarten, ob die Erzieherinnen mich darauf ansprechen bzw. wieder so eine Aktion veranstalten wie mit dem N2g.
    Leberwurst & Co. gibt es bei mir nicht, alleine der Geruch … würg :-)Und den tue ich mir selbst meinen Kindern zuliebe nicht an!
    Ärgerlich ist halt nur, dass Schulen und Kindergärten mittlerweile wohl die Macht besitzen, gewisse Nahrungsmittel zu verbieten.

  17. Ganz ehrlich? wenn ich mir den Körperumfang vieler Kinder hier in Berlin anschaue, bin ich defintiv dafür, dass die Erzieherinnen auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten, viele Eltern wissen ja selbst nicht, wie man sich ordentlich ernährt.

  18. Ich habe in meiner Ausbildung zur Erzieherin schon einige Einrichtungen erlebt, in denen es ähnlich gehandhabt wurde: Dem Kind vor versammelter Mannschaft (Gruppe am Frühstückstisch) quasi verboten, solche „Süßigkeiten“ zu sich zu nehmen.
    Also sprich Milchschnitte. Nutellabrote hingegen waren erlaubt *vornnkopphau*, wenn es nicht jeden Tag vorkam. Es wurde dann aber auch eher dem Kind „empfohlen“, beim nächsten mal doch wieder was gesundes mitzubringen.
    Tee und Milch (obwohl Milch ja ein Nahrungsmittel und kein Getränk ist) gab es zum Trinken zu genüge, so dass nichts eigenes mitgebracht werden sollte.

    Im Grunde genommen kann man in einer Kita eh nur Hinweise und Empfehlungen geben, zu Hause wird es dann doch meist anders gehandhabt und dann ist man als Pädagoge machtlos ;)

  19. Da hast du echt keine Chance, wenn du ein Donnerwetter ablieferst. Ehrlich. Ich spreche aus Erfahrung. Nicht nur Nutella, sondern auch alle anderen süßen Sachen werden immer mehr verboten. Es wird den Kindern schon eingeimpft wie ungesund es ist. Bei Schoki stehe ich auch total dahinter. Das muss nicht sein, dass man dies den Kiddis mit gibt. Nur, wenn ein Kind mal ein Nutellabrot als Jause verspeist, sehe ich eigentlich nix verwerfliches.
    In der Schule wird dann Cola, Cips usw… verboten. ;)

  20. Ach herrje, da ist wohl jemand übers Ziel hinaus geschossen frei nach dem Motto „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“. Ja, ich denke schon, dass im Kindergarten auf die Ernährung geachtet werden sollte, denn hier bietet sich die Gelegenheit dazu (zentral, leichte Überprüfung etc) und des ist in vielen Fällen leider nötig. Doch ein Verbot ist völliger Quatsch! Man kann die Eltern darauf ansprechen (nachdem das Kind sein ungesundes Essen gegessen hat) und im Wiederholungsfall evtl. darauf hinweisen, dass sie ihm das wegnehmen und stattdessen einen Apfel geben.

  21. Hallo gehts noch?
    Essen wegnehmen, sicherstellen und erst der Mutter aushändigen?!

    Sicher ist gesunde Ernährung wichtig,
    aber nicht so wie es oben geschildert wurde.
    Das ist unter aller Kanone!

    Zu mal ein großer Teil der Kindergärten bzw. „Erzieher“ regelmäßig und überall über das Ziel hinausschießen.

  22. Da gebe ich Danyo recht.
    Ich finde es auch keine schlechte Idee- aber eben in Absprache mit den Eltern.
    Schon seltsam, daß Euch das so überraschend getroffen hat.
    Schlecht organisiert vom Kindergarten, finde ich.

  23. Im Grunde ist es denke ich nicht verwerflich, wenn die Erzieherinnen ein Auge auf die Ernährung ihrer Schützlinge werfen. Allerdings sollte das VORHER mit den Eltern abgesprochen werden, um eben solche Vorkommnisse nicht hinterher ausmerzen zu müssen, was für alle Beteiligten nicht gerade einfach zu händeln sein dürfte…

    Wenn alle klar instruiert sind, dann sollte das doch kein Problem sein, oder? Aber jemanden bei einem einmaligen Vorkommen gleich zum Süßigkeitenfetischisten und Kindermörder in spe (so funktioniert doch deren Rechnung, oder? Viel Zucker gleich frühe Herzattacke …) zu deklarieren ist dann doch zu viel des Guten.

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