Bevor der Herbst kommt: das ultimative Rezept

Herbst? Hat der Herr Redakteur einen Sockenschuss? Möglich, vielleicht ist er auch nur übermüdet. Aber bevor ich zum 100sten Mal verpasse, im Herbst das passende Kult-Rezept zu veröffentlichen, tue ich es eben jetzt schon. Die Rede ist vom

Dippekooche*.

Dieses einfache wie geniale Rezept kennt man im Rheinland, sagen wir mal in der Gegend von Bad Kreuznach bis Köln. Und natürlich hat es je nach Region einen anderen Namen und eigene Variationen. Aber allen Varianten ist gemeinsam: es ist ein Kuchen aus Kartoffelteig mit Wurst bzw. Speck. Schmeckt superlecker und hier stelle ich Euch mal eine klassische Variante vor.


Kowwelenzer Dippekooche

Dippekooche

Zutaten

  • 2 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 5 Eier
  • 1 Stück Räucherspeck
  • 3 Mettwürstchen oder 1/2 Ring Fleischwurst
  • Salz, Muskat, Pfeffer
  • Öl
  • Semmelbrösel

So geht’s:

Kartoffeln schälen und reiben. Überschüssiges Wasser abgießen. Zwiebeln schälen und dazureiben. Eier dazugeben. Masse gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Räucherspeck in Stücke schneiden, Mettwürstchen und/oder Fleischwurst in Scheiben.

Einen gusseisernen Bräter mit Öl auspinseln und Semmelbrösel zugeben; damit die Wände des Bräters „bemehlen“.

Die Hälfte der Kartoffelmasse einfüllen und glattstreichen. Mett- oder Fleischwurstscheiben großzügig drauflegen und den Rest des Kartoffelteigs darauf schichten. Oberseite mit Mettwurst-/Fleischwurstscheiben und Speckstreifen großzügig belegen.

Bei 180°C mit Alufolie bedeckt  in den Ofen schieben und ca. 60 Minuten backen. Dann die Alufolie entfernen und so lange weiterbacken, bis sich eine schöne braune Kruste gebildet hat.

Dazu gibt’s Apfelmus oder Quark mit Salz und Pfeffer.

So, nicht dass einer behauptet, ich hätte ihn unvorbereitet in den Herbst geschickt :-)

*) andere Bezeichnungen: Dippedotz, Uhles, Schales – je nach Region. Ein „Dippe“ ist übrigens ein Topf und „Kooche“ ein Kuchen.

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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13 Kommentare

  1. Hmmm das sieht und liest sich ja sehr lecker. Da bekommt man am frühen morgen direkt Hunger *g* Danke für das Rezept

    grüße
    Duergy

  2. @Duergy: Hi, erstmal herzlich willkommen hier :-)

    Ich hab‘ das vorsichtshalber jetzt schon mal veröffentlicht, denn im Herbst vergesse ich das sowieso wieder. Aber kann man natürlich auch im Sommer essen ;-)

  3. SOMMER???? Wir haben heute Herbstwetter. Es ist kalt, es ist nass und es ist dunkel! Ein Wetter, um sich ins Bett zu legen und erst wieder aufzustehen, wenn der Sommer tatsächlich irgendwann mal kommt.
    Ich kenne den Döppekuchen (die Schreibweise kenn ich) allerdings nur mit reichlich Apfelmus und nicht mit Quark.

  4. Ajaa, das sieht ja ganz leckäääär aus. Und ganz ohne Soße. Hihi, ihr Rheinländer esst doch alles gerne mit viel Soße oder?? ;)

  5. @Yvonne Stimmt *g* heute hat es bei uns auch gedonnert und geregnet. Der Ventilator bekommt eine Verschnaufpause

    @Martin Danke fürs Willkommen. Ich werde mal die Dame des hauses von dem rezept überzeugen (wenn ich das schaffe)

  6. @Yvonne: Wenn ich so rausgucke, sieht es gar nicht mal so übel aus. Warm ist es auch. Also lasst uns hoffen für heute Abend…

    Mit Quark wird der Dippedotz/Döppekooche übrigens in der Gegend um Linz und Unkel gegessen, auch sehr lecker. Da heißt er aber auch ganz anders, nämlich „Uhles“.

    @Nila: Stimmt, normalerweise sind wir Soßenfetischisten. Aber das hier ist wirklich die Ausnahme.

    @Duergy: Sag‘ ihr einfach, dass Du sie vor Hunger – und nicht vor Leidenschaft – anfällst, wenn sie es nicht am WE für Dich macht ;)

  7. Was es nicht alles gibt. Interessant ist auch die Bezeichnung des Topfkuchens. :)

  8. @Philipp: Wir haben hier im Rheinland viele leckere Sachen mit lustigen Namen – und auf so deftigen Kram stehe ich ja sowas von :-)

  9. Schuppi, alter Sternekoch

    es gibt ein herrliches Rezept, leider etwas spät, in der Kirschenzeit. Natürlich original „pälzisch“:
    Guck mol ob de’s rausbringscht was es is.
    Des Ding heest „Kerscheplotzer“, is a pälzisches Uroiwohner Gerischt!
    Viel Spass bei beim entziffern, wenn du etwas gefunden hast, melde dich!
    lg Jürgen

  10. Ich kann nicht mehr an mich halten!!!
    Seit du den Artikel veröffentlicht hast rumort es in mir….
    Pffff…
    Das heisst:
    DIPPEDOTZ!!!
    Banause ;-)

  11. @Silke: …deswegen habe ich das ja auch drunter geschrieben – s. Sternchen ;-)

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