Guantanamo-Zombie

Junggesellenabschiede (versucht mal, dieses Wort unfallfrei in einem Zug zu schreiben) sind per se ja so eine Sache: man verkauft irgendwelchen sinnlosen Kram in der Fußgängerzone, hat blöde T-Shirts an, singt peinliche Lieder und ist ziemlich schnell rotzevoll. Außerdem blicken die Passanten genervt nach oben und denken „ach was, noch so eine besoffene Truppe…“. Nicht so bei mir, denn ich habe tolle Freunde und die haben mir einen unvergesslichen Tag bereitet!

Ich habe – vollkommen untypisch, aber genau so gewollt – mich dafür entschieden, nur mit meinen 2 besten Freunden zu feiern.

Der Eimer, große Höhe, Enge

Ein alter Flipper von 1968

Ein alter Flipper von 1968

Ob ich „Probleme mit Höhe und Enge“ habe, wurde ich gefragt. Und mir wurde von der Liebsten ein Eimer mit merkwürdigen Utensilien, die ich mir aber nicht anschauen durfte, zurecht gemacht. Na, das konnte doch nur heiter werden.

Ich wurde von J. abgeholt und wir fuhren zunächst nach Neuwied – dort gibt es in der Tat das Deutsche Flippermuseum! Ja, geflippert habe ich damals immer gerne, auch wenn ich nicht super-geschickt war, aber Spaß gemacht hat es immer. Im Flipper-Museum gibt es mehr als 100 Flipper, teilweise auch spielbare Exemplare aus den 70ern und sogar den 60ern. Man bezahlt dort übrigens mit D-Mark 🙂

Das war schon mal ein toller Anfang, ich habe mich sehr gut unterhalten und werde dort sicher noch öfters hingehen.

Von Enge, Höhe und Aufgaben, die mit einem Eimer zu bewerkstelligen sind, war übrigens noch nichts zu merken…

Bier und Guantanamo

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So sehe ich aus, wenn ich morgens aufwache

So, dann ging es weiter zu J. und M. nach Hause. Sofort wurde mir ein Koblenzer Stubbi in die Hand gedrückt, dann bekam ich meinen Strampelanzug im Guantanamo-Häftlings-Look. Keine Ahnung, immer noch nicht.

Dann musste ich mich bequem hinsetzen und wurde geschminkt. Was gibt das, wenn’s fertig ist?! Es wurde helles Make-Up aufgetragen und der Wundschorf der Metamorph GmbH (!!). Ich dachte: ich muss in irgend einem Live-Rollenspiel teilnehmen oder so ein Zeug. Egal, nach dem mittlerweile zweiten Bier war mir das auch herzlich egal. Dann wurde ich in’s Auto geladen und wir fuhren durch Koblenz. Plötzlich sah ich, dass da noch andere rumliefen, die so aussahen wie ich!! Nebulöse Andeutungen wie „wahrscheinlich wirst Du die Tage im Internet zu sehen sein“ verhießen Bizarres.

Wir trafen uns vor der Druckluftkammer, und die Katze wurde aus dem Sack gelassen: J., M. und ich waren Teilnehmer am ZombieWalk 2015! Das kann man schlecht in Worte fassen, daher einige Bilder:

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Der hat’s hinter sich

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Da soll mal einer sagen, Guantanamo sei schlimm

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J., mein Aufseher

Es hat mega-Spaß gemacht, mal mit ca. 150 anderen Untoten durch die City zu schlurfen und komische Geräusche zu machen 😀 Absolut genial! Mehr Bilder gibt’s auf der Facebook-Seite vom ZombieWalk.

Der gemütliche Teil

Das ist ein sehr leckerer Burger!

Nach ca. 2 Stunden untoten Herumhinkens ging’s dann wieder zu J. und M. nach Hause, um sich den Schmodder abzuwaschen und sich schick zu machen. Wir waren lecker Burger essen im M13, mitten im mittlerweile abendlichen Koblenz. Und dann ging’s weiter zu Daddy O’s Cocktailbar, der wahrscheinlich besten American Cocktail Bar im Umkreis von 200 Kilometern (ehrlich!). Daddy ist der „Senior-Chef“ und ehemalige Besitzer – ein Hamburger, der vor Jahrzehnten in Koblenz gestrandet ist und keine Gelegenheit auslässt, über die „provinzielle Kleinstadt“ Koblenz zu nörgeln, aber sein Handwerk in New York gelernt hat und zu den besten Barkeepern Deutschlands gehört. Volker, sein Nachfolger, ist das genaue Gegenteil, er ist nämlich Schwabe und führt den Laden seit über einem Jahr sehr erfolgreich.

Man kann einen der Cocktails von der Karte wählen, aber auch einfach sagen, welche Geschmacksrichtung man haben will: es wird in jedem Fall professionell gemixt, stilvoll serviert, hat dann aber keinen Namen (die sind eh‘ Schall und Rauch…).

Es hatte keinen Namen. Es war aber sehr lecker.

Es hatte keinen Namen. Es war aber sehr lecker.

Vor der Bar kann man leger in Rattan-Sitzgruppen sitzen, die kühle Abendbrise weht einem um die Nase und man hat einen tollen Cocktail vor sich – empfehlenwert!

Ich hatte einen Cocktail mit den Attributen „sauer – fruchtig – viel Akohol“ und einen mit „süß – Mandel – sauer“. Beide waren verdammt toll. Und das Personal ist auch eine Augenweide, weil es echt stilvoll gekleidet ist und den Anspruch der Bar repräsentiert. In der Bar hängen Bilder, die Daddy selbst aufgenommen hat auf seinen vielen Reisen nach New York.

Ja, und plötzlich saß meine Gattin in spe neben mir! Freude!!! Und dann wurde mir die ganze Tragweite des Arrangements erklärt:

  • Der Eimer? Nur Fake. Das Teil war mit Teebeuteln, Handcreme, Pappschachteln und anderem unnützem Rotz gefüllt. Also allem, was Ina spontan gefunden hat.
  • Die Enge und die Höhe? Natürlich vollkommen ohne Belang, nur um mich in die Irre (als ob ich nicht schon irre genug bin) zu führen.

Zum Schluss wurden wir von M. und J. nach Hause gebracht.

Ein unvergesslicher Abend mit den besten Freunden, die man sich wünschen kann. Ich danke Euch von ganzem Herzen für diesen tollen Tag! 🙂

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und gebürtiger Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze auf jeden Fall eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohnte ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Und jetzt wohne ich im Bergischen Land. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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