COUCHSURFING-PROJEKT: Mein erster Gast

Heute war es also so weit, ich habe meinen ersten Gast aus dem CouchSurfing-Projekt empfangen: Danielle, eine Dame aus Aalst in Belgien, die bei uns auf dem Jakobsberg in Boppard an einem Golfturnier teilgenommen hat und noch ein paar Tage in Koblenz verbringen möchte. Eine gute Wahl, muss ich sagen, denn wir leben hier in einer wirklich wunderbaren Gegend, die nicht ohne Grund UNESCO-Welterbe ist.

Zwischen 11 und 12 Uhr hatte sie sich angekündigt und ich war irgendwie schon recht aufgeregt. Man hat nicht alle Tag eine mehr oder weniger unbekannte Person zu Besuch. Jedenfalls hat gegen 11.00 Uhr eine Dame, die ungefähr so aussah, als ob sie die fragliche sein könnte, an der Tür vom Vorderhaus ‚rumgefingert. Als ich dann aus dem Fenster „Danielle?“ fragte, sagte die Dame „Nä, ich bin die Schwester von Frau G.“. Hrmpf, leicht peinlich, aber auch egal. 30 Minuten später kam dann die „echte“ Danielle und ich muss sagen, dass sie mir von Anfang an sympathisch war: eine Dame um die 50, die sehr gut deutsch spricht und total nett ist! Nach dem Auspacken lud sie mich zum Essen ein, und wir waren in Maximilians Brauwiesen in Lahnstein, wo es nicht nur lecker selbstgemachtes Bier gibt, sondern man auch gemütlich große Portionen großartigen Essens verspeisen kann. Gut gestärkt haben wir einen Spaziergang am Rheinufer unternommen und ich muss immer wieder feststellen, dass man eigentlich nicht so recht zu würdigen weiß, in was für einer tollen Gegend man wohnt! Mein Gast war jedenfalls hin und weg.

Nach einem kurzen Zwischenstopp zuhause ging’s dann nach Koblenz zum Sightseeing. Nachdem die Parkplatzsituation in Altstadtnähe ziemlich aussichtslos war, beschloss ich, im Löhr-Center zu parken, denn da kriegt man immer einen Parkplatz.

Trappiste Rochefort

Nach einer ausgedehnten Runde durch die Altstadt und auch durch’s Löhr-Center hat es uns noch in den wahrscheinlich schönsten Biergarten Koblenz‘ verschlagen, nämlich den vom Contel-Hotel am Moselstausee. Mittlerweile war es auch schon 20.00 Uhr und wir machten uns auf den Heimweg. Zuhause angekommen schrieb Danielle ihre Erlebnisse in ihrem Blog nieder und wir haben gemütlich zu Abend gegessen und noch ein leckeres Bier getrunken, das sie mitgebracht hat (ca. 10% Alk – puhh!)

Wir haben sehr viel erzählt, und das macht auch totalen Spaß. Sich z.B. über die deutsch-belgischen Besonderheiten auszutauschen, ein bißchen über dies und das zu philosophieren wie z.B. ihre Tochter Griet, die bald ihren Doktor in Meeresbiologie hat und an der Uni in Brüssel studiert. Oder über Golfen (nicht, dass ich damit was zu tun habe, aber ich weiß jetzt endlich, was ein „Handicap“ ist 😉 und wie es sich errechnet). Und über Essen und Trinken (ich kenne jetzt ein einfaches und idiotensicheres Rezept für Thai-Hühnercurry! Rezept wird nachgekocht und später in diesem Magazin vorgestellt).

Jetzt liegt sie im Bett, weil der Tag doch recht anstrengend war (vormittags golfen, dann von Boppard nach KO, Check-In bei mir und das ganze Sightseeing). Wir haben uns sehr gut amüsiert, Danielle ist eine sehr nette Person und es macht einfach Spaß!

Morgen treffen wir uns um 13.00 Uhr mit Silke und erkunden mit ihr (sie arbeitet beim Fremdenverkehrsamt) die historische Altstadt von Braubach. Hat ja schon mit Henri L. aus Südafrika letztes Jahr perfekt geklappt, Silke ist da ein Naturtalent und kann den Besuchern die Sehenswürdigkeiten toll erklären.

Wenn die CouchSurfing-Geschichte immer so spannend und angenehm ist wie dieses Mal, dann gerne wieder! Danielle ist echt gut drauf und das macht Spaß. Auf jeden Fall werde ich Euch berichten, wie es weitergeht und was wir noch so alles erleben. Damit Ihr vielleicht auch Gefallen an dieser Art der „Gästebewirtung“ findet, denn das ist wirklich eine ganz neue und spannende Erfahrung.

Und jetzt noch ein paar Bilder, die ich an diesem Nachmittag geschossen habe.

Deutsches Eck KoblenzKerzen in St. KastorDanielle in koblenz


Und nun mal wieder die Fragen aller Fragen™

Würdet Ihr auch bei Couchsurfing mitmachen? Wenn nein, warum nicht? Und wenn ja, was könntet Ihr Euren Gästen bieten? Würdet Ihr Euch trauen, in anderen Ländern bei anderen Couchsurfern zu wohnen?

Über Martin

Ich bin der Chefredakteur des Loft 75, dem "Magazin für das 21. Jahrhundert im Stil der 70er". Geboren 1969 in einem kleinen Ort im "Welterbe Oberes Mittelrheintal", somit > 40 Jahre alt und Rheinland-Pfälzer. Ich habe mich bereits 1987 für Computer interessiert und besitze sicherlich eine kreative Ader, schreibe gerne und interessiere mich für Design, Einrichten, Internet, Kochen, Blogging und alles, was außergewöhnlich ist und außergewöhnlich gut aussieht. Privat wohne ich in Koblenz am Rhein - in dem besagten Loft, das keins ist. Ich freue mich, wenn Du dieses Magazin magst - lesen wir voneinander..?
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12 Kommentare

  1. ja das klingt doch mal alles sehr sehr nett. Wünsche Euch beiden noch sehr viel Spaß und das die Dame nur gutes zu berichten weiss in der Heimat.

  2. Find ich toll, daß du mitmachst!
    Hab auch schon drüber gelesen und mal überlegt. Aber hier in der WG ist das schon sehr eng, wenn da noch jemand pennt, ehrlich gesagt.
    Sind auch beide zu viel unterwegs, … keine Ahnung, vielleicht sollten wir es doch mal ausprobieren.
    😉

  3. @DarkVamp: ich glaube, sie wird mit leuchtenden Augen zurückkehren 🙂 Wir haben schon so viel unternommen und eine schöne Zeit verbracht, dass sie den Aufenthalt hier ganz toll findet (sagt sie auch immer wieder). Über die weiteren Erlebnisse berichte ich natürlich noch.

    @Chikatze: Es ist auf jeden Fall mal eine ganz neue Erfahrung und erweitert den Horizont ungemein. Die Wohnung muss nicht groß sein, man muss seinem Gast – denke ich – nur das Gefühl von Gastfreundschaft vermitteln und ihm zeigen, dass er willkommen ist. Melde Dich doch mal unverbindlich an – Du kannst ja selbst bestimmen, wem Du zu- oder absagst.

  4. Ich finde es ist eine nette Idee – Interessant man lernt neue Menschen kennen und kann seine Stadt zeigen usw.
    Ich persönlich habe es da ein wenig schwer mit meinem Hund nicht jeder mag so ein kleines Monster 😉

  5. @Gertrude: Ja, war echt schön. Aber es gibt bestimmt auch viele, die kein Problem mit einem Hund haben. Was hast Du denn für einen?

  6. für mich wäre das nichts. Ich könnt bei nem Fremden nicht übernachten irgendwie. Umgekehrt aber auch nicht. Zumal ich noch zu Hause wohne bei meinen Eltern und sie ziemlich skeptisch sind gegenüber solchen Dingen. Und man weiß ja auch nicht, was das für eine Person ist, die nun zu einem kommt.
    Selbst, wenn ich in einer eigenen Wohnung wohnen würde würde ich sowas nicht machen.

  7. @Verena: Klar, sowas mag nicht jeder, kann ich gut verstehen. Ich hatte mich dazu entschieden, weil ich die Idee toll finde, selbst gerne neue Leute kennenlerne und auf diese Weise auch meinen Horizont erweitere. Aber man holt sich auch nicht „irgendeinen“ in’s Haus, die einzelnen Couchsurfer stellen sich auf ihrer jeweiligen Seite vor und es gibt u.a. auch ein Verifizierungssystem, sodass man rel. sicher sein kann, dass man sich keinen Psychopathen in die Wohnung holt. Und außerdem kann man ja auch Leute ablehnen.

  8. Lieber Martin einen American Stefford Terrier,
    mag nicht eine jeder meine Schmusekatze,
    sie ist eine ganz liebe vor allem bei Kindern!

  9. Habe schon häufiger was darüber gehört, vielleicht gucke ich mir das mal etwas genauer an. Ist bestimmt interessant und spannend.

  10. @Gertrude: Öhm, das ist ja wirklich mal eine kleine Schmusekatze 😉 Aber wer so große Hunde sieht, bekommt oft Angst, das stimmt. Aber ich kenne auch einen alten Pitbull, der lt. seinem Herrchen „gar nicht weiß, was Beißen ist“, und das stimmt auch. Ein superlieber Hund, der am liebsten geknuddelt werden will.

    @Retronaut: Meld‘ Dich doch einfach mal unverbindlich an und sieh‘ Dich um. Ist halt auch sehr interessant, wenn man selbst mal in irgendeinem Land eine Unterkunft für 1-2 Nächte sucht.

  11. Josch , H.-Peter

    Ich wohne in Koblenz ,und stelle mein Sofa zur Verfügung .
    wo melde ich mich an ?

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